Dienstag, 23. Februar 2010

So ist es gerade

Wieder einmal bin ich nur kurz zu Besuch zu Hause.
Wir sind am Wochenende wieder mit Sack und Pack zu meiner Mutter gezogen.
Und ich bin darüber so was von froh !!

Die letzten zwei Nächte waren im wahrsten Sinne des Wortes beschissen.
Erst fing F an und hatte mörderischen Durchfall, und dann kotzte er uns die halbe Küche voll mit Fleischwurst.

Gestern fing dann A an und hing mehr über dem Eimer als sonstwas.
Dazwischen immer wieder geschüttelt von Weinkrämpfen, Übelkeit und Schüttelfrost.

Fast gleichzeitg rannte mein Bruder zwischen Zimmer und Bad hin und her, immerhin hat er es noch jedes Mal bis zum Klo geschafft.

In der Schule war dann heute natürlich keiner, F ist jetzt auch erst am Nachmittag im Kindergarten, weil er hin wollte und wieder einen gesunden Eindruck macht.

A und mein Bruder liegen beide in Decken gehüllt im Zimmer, bzw. Wohnzimmer. Mit denen ist nicht viel anzustellen heute.

Na ja, nun wird es ja auch ernst, am Montag die Verhandlung und heute Abend haben wir einen "Termin" bei dem Künstler der uns der Grabstein anfertigen wird.
Dort wollen wir erstmal grob besprechen, an was wir denken.
Der wird wohl überrascht sein, wenn wir da zu fünft aufschlagen.
Ich habe schon die leise Befürchtung, A und ich können uns auf nichts einigen. Das wir kein Kreuz und keinen dunklen Stein wollen, das ist zumindest schonmal geklärt.

Ich habe mir in den letzten Wochen so viele Seiten online angesehen, das ich förmlich erschlagen wurde von den vielen Grabsteinen.
Immerhin weiss ich jetzt was ich auf keinen Fall will.
Denn keiner der Steine hat mir auch nur ein wenig zugesagt.
Ausserdem müssen wir ja auch relativ klein bleiben, wir haben ja nur eine 1er-Gruft, darin werden die Särge ja gestapelt anstatt nebeneinander zu liegen.

Gestern das Gespräch beim Anwalt war okay. Es gab ja nur noch Frage zu stellen in Bezug auf den Ablauf der Verhandlung.
Ich hatte ja S (vom SkF) und meine Schwester dabei, die dann auch noch die Frage stellten, die ich schon wieder vergessen hatte.
Mein Gehirn ist zur Zeit mehr ein Sieb, ich vergesse so wahnsinnig viel. Und erinnern kann ich mich auch nicht wirklich, ich muss ständig nach allem fragen.
Den Brief hatte ich gestern mit und der Anwalt hat ihn gelesen und schaute sofort auf das Datum. Mit einem leicht ironischen Lächeln meinte er, der Brief wurde geschrieben, drei Tage nachdem dem Anderen die Ladung zugestellt wurde.
Also wohl eher noch so eine Art Rettungsversuch.
Den Brief soll ich mitbringen zum Gericht.

Wer es war, weiss ich gar nicht mehr, aber es wurde die Frage gestellt, ob ihm der Führerschein nach dem Unfall entzogen wurde.
Und der Anwalt blätterte in der (wahnsinnig dicken) Akte und sagte, er wurde ihm nicht entzogen.
Das heisst, er hätte in den vergangenen acht Monaten, sofern er ein Auto gehabt hätte, noch durch die Gegend fahren können.
Mein Anwalt wird, als Nebenkläger, dies beim Gericht als Vorschlag einreichen.

Meine Schwiegermutter wollte eigentlich auch mitkommen, hatte sie gan am Anfamng mal gesagt, aber sie möchte es doch nicht.
Dafür haben wir sie am Nachmittag eingeladen, "zum Kaffee", damit sie dann auch hört, wie es gelaufen ist.

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