Mittwoch, 23. Juni 2010

Nachwehen

So, jetzt geht es mir besser, der Computer geht erstmal wieder.
Ich hoffe, das bleibt auch so, also der Computer.^^

Heute leide ich noch immer unter den Nachwehen, vom Zahnärztinnenbesuch gestern.
Sie musste mir aus den beiden Zähnen die provisorischen Füllungen rausbohren. Bei der Betäubung brauchte ich wieder einen Nachschlag, die Lippe wurde nur leicht kribbelig, das reichte nicht.
Das Bohren habe ich echt gut ausgehalten, diesmal ohne die Ärztin vorher zuzuheulen und auch ohne MP3-Player.
Als Belohnung hat sie mir schicke Kunststofffüllungen verpasst. Da ist dann gleich noch komplett das Amalgam aus den Zähnen raus.

Jetzt geht es mittlerweile mit den Schmerzen, nur noch beim Kauen tuts weh. Aber gestern wars schlimm, als die Betäubung weg ging.
Da habe ich in der Stadt fast geweint vor Schmerzen und zu Hause erst zwei Tabletten genommen.
(Und danach erstmal zwei Stunden geschlafen, bis die Kinder mich weckten und fragten, wann es Abendbrot gibt. ;-) )


Ja, und sie scheint mich wirklich nett zu finden und mich gerne zu sehen. *gg*
Ich habe gleich die beiden nächsten Termine bekommen, da müssen noch einige Füllungen raus, weil die Zähne behandelt werden müssen.


Abgesehen vom üblichen Chaos ist es hier heute blöde.
Die Kinder spielen verrückt.
Finn hat heute das Badezimmer unter Wasser gesetzt, so durfte ich gerade noch wischen.
Wenigstens ist er heute gut eingeschlafen und ich brauchte nur zwei kleine Bücher vorlesen.
Ania will nicht schlafen und brüllt hier wegen jedem Sch*** rum.

Und ich mache mir Gedanken wegen nächster Woche, wenn wir die Unfallstelle ansehen werden.
Ich habe ja erst einmal dort gestanden, aber auf der anderen Strassenseite.
Diesmal werden wir auf der richtigen Stelle halten, weil Jürgen auf der Seite, auf der er fuhr auch gestorben ist.
(Die Autos haben sich ja gedreht.)

Und ich habe etwas Angst, weil ich dann wohl auf der Seite stehen werde, auf der Jürgen dann lag.
Ich habe die Aufnahmen der Polizei, wo Jürgen am Strassenrand liegt, die ich mir schon seit Monaten nicht mehr angesehen habe.
Und dort erkennt man neben ihm einen Leitpfahl, aber ohne Markierung.
Und ich wüsste schon gerne, wo das war, wo Jürgen gelegen hat.

Gesehen haben wir die Fotos Ende Juni 2009, meine Schwester und ich, als wir bei der Polizei waren.
Diese Bilder verfolgen mich nun schon wieder seit Tagen.
Immer und immer wieder sehe ich ihn in Gedanken dort liegen.
Sein Anblick war schon in der Trauerhalle in B schlimm, diese Bilder waren der reine Horror, ich hoffe, meine Kinder werden sie nie sehen (wollen).
Schon jetzt liegen sie versteckt, auch damit ich sie mir nicht mehr ansehen kann.

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Morgen steht nun unser/Anias halbjährlicher Termin beim Endokrinologen an.
Sie wird zwei Stunden eher aus der Schule kommen und Finn wird von meiner Mutter abgeholt.
Beim letzten Termin sagte der Arzt, dieses Mal wird er wohl entscheiden, ob noch weiter untersucht werden sollte, oder nicht.
Ich bin gespannt was er sagt, und wie es weiter geht, sollte noch untersucht werden.
Ania ist da natürlich nicht scharf drauf, sie hat Angst.
Aber sie freut sich, dass wir was zusammen machen, ohne Finn, ausserdem werden wir am Mittag wieder beim Mac reinspringen.

Ich habe nur wieder Angst vor dem Busfahren.
Da bekomme ich schon wieder Schweissausbrüche, ich habe Panik.

Aber was solls, wir müssen ja fahren.

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