Dienstag, 21. September 2010

Ich glaube

ich gehe gleich weinen.
Am Wochenende habe ich mich noch mit jemandem unterhalten, der mich fragte, ob der Kleine nicht schon in die Schule kommt.
Und ich fand diese Vorstellung schon so fies seit Finn in den Kindergarten geht.
Und heute lag sie nun im Briefkasten, die Schul-Anmeldung !!
Die liegt nun augefüllt hier und wartet darauf, dass ich sie am 27.9. abgeben kann.
Ich werde dann wohl diejenige sein, die mit Stammbuch unter dem Arm dort auftaucht.
Es müssen komplett alle Daten der Eltern eingetragen werden und das Formular muss von beiden Eltern unterschrieben werden.

Genau vor solchen Situationen graust es mir immer, ich bin sonst ganz froh, wenn ich nicht immer wieder mit der Nase drauf gestossen werde.
Ich hatte mir ja schonmal überlegt ob ich eine der Sterbeurkunden zu meinem Ausweis stecken soll, aber eigentlich gibt es ja nicht viele Situationen in denen ich es gebraucht hätte.

Und wieder fällt mir ein, dass ich dringend mit Anias Klassenlehrer einen Termin machen muss.
Mann, das wollte ich schon die letzten zwei Wochen gemacht haben, aber ich kann mich nicht aufraffen.
Ich mag es einfach nicht, mich dort hinzusetzen und meine/ unsere Situation und Probleme zu erklären.
Vor allem eben auch unsere SPFH ist mir so unheimlich unangenehm, im Grunde fühle ich (und auch die Kinder) mich sehr wohl damit, sie ist eine ganz liebe Person, die uns hier wirklich viel Hilfestellung gibt.
Aber es fällt mir schwer, das zuzugeben, vor anderen, ich habe das Gefühl, auf Aussenstehende wirke es wie mein Versagen.
So, als würden sie denken, bei uns geht es drunter und drüber, als wären wir irgendwie nicht normal.
(Und eigentlich stimmt es ja, wir sind chaotisch, unordentlich, laut, manchmal peinlich, aber in Wirklichkeit waren und sind wir das schon immer ! Und ich finde es gut, wir sind nicht so wie die anderen, unkonventionell, wir passen in kaum eine Schublade, und darauf bin ich wirklich stolz. Wer uns kennt, weiss das.
Aber ich habe eben Angst, wovor, weiss ich auch nicht...)

1 Kommentar:

  1. Ja es stimmt..ihr seid anders als manch andere!Weil du deinen Mann verloren hast und die Kinder ihren Papa.Und warum soll euer Leben nicht chaotisch sein?? Bei uns ist es auch nicht anders.Ich bekam schon mal kurzfristig Ärger mit dem Jugendamt, weil Chanice oft gefehlt hat in der Schule.Ich habe dann freiwillig eine Hilfe angenommen. Die kam 1 mal und nie wieder!! Sie wollte mir weis machen, dass ich Chanice sagen muss wie sie zu trauern hat.Chanice wäre noch zu jung um zu wissen wie das geht!! Ich habe sie dann kurzerhand rausgeschmissen :))
    Aber du scheinst Glück mit der Hilfe zu haben.Sehe sie einfach als Freundin, die euch helfen willm und soll. Es braucht dir gar nicht peinlich sein.Im Gegenteil, es ist viel mutiger und verantwortungsbewußter zu sagen, dass man Hilfe von Aussen braucht!Stell dir dich mal auf dr anderen Seite vor und du siehst was in Familien wie unseren passiert! Du würdest auch sagen, sie sollen sich Hilfe nehmen!! Ich habe das Glück das mein Mann Pflegemanager war und ich somit immer noch Kontakte mit seinen Kollegen und Arbeitgeber (Freund) habe. Und wann immer es möglich ist, suche ich mir da Hilfe um eine kleine Auszeit zu bekommen.Da mein Sohn pflegebedürftig ist steht mir das auch zu, aber nicht an manchen Tagen innerhalb von 5 Min...
    Vorher war mir das alles peinlich...jemanden um Hilfe zu bitte...ich niiiiiieee.Ist es aber nicht!!
    Stell dir vor du musst dem Lehrer euer grad chaotisches Leben erklären ohne ihm zu sagen, dass du eine Hilfe in Anspruch nimmst? Was ist unangenehmer...es zu sagen oder zu erklären, warum du keine Hilfe hast??
    Siehs einfach so...ihr dürft mit offizieller Hilfe chaotisch sein!! :))
    Unser Leben war übrigens vorher auch chaotisch. Perfekt geplant und organisiert ( bei 6 Kindern am Wochenende musste man deas auch) aber eben chaotisch. Wären wir es nicht gewesen, hätte ich die letzten 2 Jahre kaum überstanden...
    So und nun nimm dein Kopf wieder in den Nacken und guck geradeaus....es kann nur besser werden!!

    Mir ist es auch aufgefallen, dass Menschen ausser auf einer Beerdugung nicht weinen.Ich habs auch selten getan und wenn dann nur still und heimlich.Ich glaube dass man sich zusammen reißt, weil man dem im Grab keinen Kummer machen möchte.Man weint dann lieber sobald das Tor vom Friedhof hinter einem liegt, hohlt dann tief Luft und fährt mit 1000 Gedanken im Kopf nach Hause...
    Da lößt sich dann im Laufe des Tages der Stein in der Brust...und taucht beim nächsten Besuch auf dem Friedhof wieder auf.Für mich ist jeder Besuch auf dem Friedhof fast wie am ersten Tag...man kennt jeden Baum, jede Pflanze und doch ist alles immer wieder neu..

    Ich schreibe heute schon wieder einen Quatsch...aber wie soll man so etwas in 2 Sätzen schreiben...geht doch gar nicht :))

    LG Sanja

    PS: Vielleicht solltest du den kleinen erst in die Vorschule schicken oder noch ein Jahr in den Kindergarten lassen.Ich habe Chanice trotz guter Noten ein Jahr zurück setzen lassen.Sag einfach was euch passiert ist.Aber das kannst du am besten einschätzen.Vielleicht ist der Schulbeginn für ihn auch etwas besonderes und er fühlt sich ganz anders.Eben groß und ein bisschen stolz!!
    Só genug geschrieben!! :)) Bis bald..

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