Sonntag, 11. Dezember 2011

kreisende Gedanken

Und mal wieder so eine Phase in der ich einfach wieder in diese Fassungslosigkeit eintauche und mich mit Gewalt unten halte indem ich mir alles Mögliche ansehe, durchlese und mir Gedanken dazu mache.

Anfang der letzten Woche habe ich im Fernsehen etwas gesehen, bei dem ich den Gedanken hatte nachsehen zu müssen, welche Verletzungen nun ganz genau für Jürgens Tod verantwortlich sind/waren.

Und jedesmal sehe ich wieder etwas Neues das mich dann umhaut.

Ich werde mal versuchen nicht zu sehr ins Detail zu gehen, aber muss mir das jetzt einfach mal aufschreiben.
Diesmal ist das Wissen ganz schlimm dass ihm zwei der obersten Brustwirbel zertrennt waren und er anscheinend also gelähmt war.
Dazu meine Grundangst, die mich seit dem Unfall begleitet, dass er da noch bei Bewusstsein war und gemerkt hat, was passiert ist.

Ausserdem hatte er Blut eingeatmet und das ist der Punkt der mich heftig umhaut.
Ich habe so eine wahnsinnige Angst dass auch dies ein Beweis sein könnte dass er ja noch lebte als er so verletzt war.

Dazu habe ich gelesen, dass von seinem Körper nicht nur Blut- und Gewebeproben behalten wurden, sondern sogar Organe.
Er wollte immer "ganz unter die Erde" !
Mich macht das verrückt !

Nun steht also kein ganz genauer Grund drin, woran er starb.
Ich weiss es nicht, und das setzt dann wieder meine Gednaken in Lauf und es gibt immer wieder Momente, in denen ich einen noch schlimmeren Gedanken habe, der alles vorherige noch übertrifft.

Das macht mir das Leben schwer, weil diese Gedanken den ganzen Tag über in meinem Kopf kreisen.
Ich komme da alleine einfach nicht raus und es gibt keinen Menschen in meinem Umfeld, der damit umgehen kann/will.

Mit diesem ganzen Schei** stehe ich hier ganz alleine da.

2 Kommentare:

  1. Liebe Ute,
    schon lange lese ich Deine Blog still mit. Es berührt mich oft sehr, was Du schreibst...
    Aber, wenn Du schreibst, es gäbe in Deinem Umfeld keinen Menschen, der mit Dir und Deiner Situation umgehen kann oder will, dann denke ich doch, es KANN keiner damit umgehen...
    Der Mann meiner Freundin ist sehr schwer krebskrank, seit 14 Jahren wird er Stück für Stück "auseinandergenommen", das Leben meiner Freundin (und somit unsere Freundschaft), hat sich extrem verändert. Wir hatten oft Probleme damit, auch im Umgang miteinander (wenn man zum Beispiel so Dinge sagt, wie "Ich lach mich tot" - oder wenn man mal selbst an einem Zipperlein leidet, alles so Dinge, auf die man aufpassen muss). Es mussten viele wirklich offene und schmerzhafte Gespräche stattfinden, in denen auch ich zugeben musste, dass ich das, was sie von mir als FREUNDIN erwartete, nicht erfüllen konnte. Ich denke viel öfter an sie (sie wohnt weit weg von mir), als sie vermutet und ich weiss auch inzwischen mit ihrem total veränderten Charakter umzugehen, aber ich bin auch nur ein Mensch, der oft eben nicht die RICHTIGEN Worte findet, der sich nicht hineinFÜHLEN kann, der nicht jederzeit abkömmlich ist (ich habe kleine Kinder). Ich habe nicht Psychologie studiert, für diese Art von Umgang muss einfach ein geschulter Mensch her, ICH kann nur immer wieder nachfragen, WAS sie von mir als Freundin erwartet, und dann sehen, OB ich es erfüllen kann.
    Ich denke, so ist es auch bei Dir: Deine Umgebung hat ANGST etwas falsch zu machen, Dich zum Weinen zu bringen. Niemand kann Dein Schicksal NACHEMPFINDEN, der es nicht selbst durchgemacht hat. Es klingt blöd, aber Du musst Deiner Umgebung helfen, mit Dir umzugehen, ihnen sagen, was DU DIR wünscht (über Deien Mann zu reden oder (jetzt gerade) besser nicht - abgelenkt zu werden, oder (jetzt besser nicht)), andere können NICHT hellsehen - und wählen oft aus eigener Unsicherheit den wohl schlechtesten Weg: sich zurückzuziehen, so dass Du diese Art von "Beziehungsarbeit" auch noch auf Dich nehmen musst! Leider ist es so... Der Mensch an sich ist feige und scheut sich vor Schwierigkeiten... Und genau das tut Dein Umfeld! Und diese Dinge, wie zum Beispiel die Todesursache oder die Organentnahme, kannst Du nur mit einem geschulten Psychologen besprechen, das kann Dein Umfeld nicht leisten, das wird IMMER schief gehen...

    Ich wünsche Dir viel Kraft, Du machst es super mit Deinen Kindern, Dein Mann hätte es sicher gewollt, dass Ihr NICHT Euer ganzes Leben mit Trauer verbringt, er hätte Euren Kindern eine schöne Kindheit gewünsch - und das hat nichts mit "Vergessen" zu tun! Du machst es Klasse, so wie es in Deinen Kräften möglich ist, Du schaffst es für Deinen Mann, in seinem Sinne, für EURE Kinder!
    Viele liebe Grüße und ganz viel Kraft!

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  2. Liebe Ute,

    Da kann ich nur voll und ganz zustimmen.
    Du musst Dir unbedingt professionelle Hilfe holen, Dir und Deinen Kindern zuliebe. Sprich mit geschulten Leuten!!!!!

    Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen verloren, lass Dir helfen (((Ute)))

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