Mittwoch, 4. August 2010

Ich finde

einfach den Weg ins Bett nicht.
Das kann ja eine tolle Fahrt werden, vielleicht kann ich im IC ein wenig dösen.

Ich komme einfach nicht weg hier, habe Angst einzuschlafen.
Angst vor Morgen, dass etwas schief läuft.

Immerhin muss ich mir um die Wohnung keine Sorgen machen.
Eigentlich wollte meine Schwester die drei Wochen hier wohnen, aber sie kommt ja schon im September wieder, da passt es nicht.
Dafür wird meine Schwägerin hier wohnen, die hat Urlaub und dann steht die Wohnung nicht leer.

Mal sehen, wann ich den Dreh bekomme.

Dienstag, 3. August 2010

Grabstein II

Wir hatten Glück und eine Regenpause erwischt. War heute gar nicht einfach.

Wir kamen dort an und Muttern stand schon parat um uns in die Werkstatt zu führen.
Ich wäre glatt hintenüber gefallen, der Stein sieht so T O L L aus, so schön.
Das Motiv wirkt auf diesem Stein so wunderschön (jaha, Kitsch, ist aber so).

Nun traue ich mich sicherlich auch irgendwann mal zu sterben. ;-)
(Ich weiss nicht, ob ichs schonmal geschrieben habe, ich tus nochmal:
Als wir den Stein aussuchen gingen, hatte Ania einen ausgesucht, der gar nicht ging, der war sooo hässlich. Wir haben rumdiskutiert, ich habe geredet, gemeckert, gebettelt, ohne Erfolg. Auch der Steinmetz [derSohn] stand bei uns und versuchte abwechselnd zu beraten und zu überreden. Da hatte ich dann die Nase voll und meinte zu Ania 'bei so einem Stein traue ich mich nichtmal zu sterben'. Den Blick vom Sohn habe ich nicht gesehen, aber meine Schwester und sie meint, er wäre sehenswert gewesen. Na ja, und Ania hats nicht gejuckt, wie fies, wird doch evtl. mein Name mit draufstehen, aber gut,sie muss ihn dann ja auch ansehen. Manno !)

Auch die Schrift sieht schön aus, ein bisschen schnörkelig, wie Ania das wollte.

Die Kinder versuchten noch den Stein anzuheben, aber ausser einer klitzekleinen Bewegung passierte nichts.
Sind eben sehr haptische Kinder, haben sie von ihren Eltern (Mama+Papa tun sich da nix).
Na ja, und ich konnte auch nicht gehen, ohne den Stein nochmal zu 'befühlen'.

In den nächsten Wochen wird der Stein bearbeitet, kommt dem Mitarbeiter wohl ganz gelegen, ist der-mit-den-Verbrennungen-am-Fuss und der kann ja nicht so lange stehen.
Sie (Mutter) fragte, ob sie den Stein schon zwischendurch aufstellen sollen, wenn er fertig ist, aber wir möchten warten, bis wir wieder da sind.
Dann werde ich dort anrufen und einen Termin fürs Aufstellen machen.
Wird dann Anfang September werden, dann ist auch meine Schwester wieder hier.

Ania meinte schon, wir werden dann dort stehen, mit Kamera und ein Shooting veranstalten. Kinder *ggg*

Na ja, aber ähnlich wird es wohl sein, ich bin ja eh immer mit Kamera auf dem Friedhof, also bei Jürgen.
Muss ja auch alles festgehalten werden, für unser Album.

Ich freue mich auf den Stein !!

(Oha, ich sehe gerade wann ich dieses Post angefangen habe, 19:21, ich habe also 4 [!!!] Stunden gebraucht. Uff)

Grabstein

Mit dem Steinmetz abgesprochen war, dass er sich meldet.
Tat er leider nicht.
Am Montag rief meine Mutter dort an und sprach mit dem Vater, der nicht Bescheid wusste.
Und der Sohn hat Urlaub.
Er versprach mir, sich zu erkundigen und dann zurückzurufen.

Kurze Zeit später rief die Mutter *gg* an und teilte mir mit, dass ein Mitarbeiter genau Bescheid weiss, sich aber bisher nicht kümmern konnte, weil er verletzt ist.
Er wolle aber bis heute die Schrift auf den Stein zeichnen und wir können dann ansehen, ob es so gut ist.

Heute Vormittag rief der Vater ;-) an und sagte, dass es jetzt fertig aufgezeichnet ist und wir gucken können.
Aber nur bis 16 h, weil, da muss seine Frau zum Schwimmen, wegen dem Rücken. *ggg*

Natürlich regnet es jetzt gerade in Strömen, so wird es bei uns leider etwas später.
Aber notfalls werden wir im Regen hinfahren.
(Wie gut, dass unsere Regensachen schon alle eingepackt sind. ^^)

Der Vater sprach am Telefon nur von d er Schrift, ich habe, sie haben auch das Motiv nicht vergessen.
Dann krieg ich die Krise !

Meine Nerven sind gerade eh nicht in gutem Zustand.
Ich habe echt Muffensausen, vor Morgen, so eine grosse Angst habe ich, mir bleibt wieder die Luft weg.

Nun werde ich mich mal wieder daran machen, Koffer und Tasche einzuräumen, die ich eigentlich mit Mutter+Schwester schon letzte Woche gepackt hatte.
Aber, ich wollte noch einmal durchsehen, ob etwas hierbleiben kann und ein wenig umverteilen.
Ein paar Sachen habe ich schon wieder ausgeräumt, weil sie nicht mitmüssen.
Hoffentlich bekomme ich alles unter, was ich jetzt ausgeräumt habe.
Da bin ich eine echte Niete !
Das war immer Jürgens Job.

♥♥♥♥♥♥♥♥♥Mensch, H... Du fehlst !♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Lesen

Das "nachhausekommen" war heute wieder schlimm für mich.
Am Sonntag fuhr meine Schwester wieder nach Hause, das war wieder so wahnsinnig traurig.
Ich wünschte, sie wäre mir näher, räumlich.

Als die Kinder am Morgen noch bei meiner Mutter waren, habe ich es hier wieder etwas wohnlicher gemacht, bevor sie nach Hause kamen, noch einiges eingekauft, es noch einmal genossen, alleine im Buchladen zu stöbern.

Ich habe ja schon immer sehr gerne gelesen, und ich habe kurz nach Jürgens Tode wieder angefangen zu lesen, wie vorher, nur noch mehr.
Auch die Themen waren wie vorher, am liebsten Thriller, immer mal wechselnde Richtungen, zur Zeit lese ich gerne gute deutsche Bücher.
Im Monat schaffe ich aber nur 2-3 Bücher, ich habe eigentlich nur abends Zeit um in Ruhe zu lesen, aber da bin ich meist so müde.

In der Zwischenzeit habe ich auch einige, wenige Bücher über Trauer(- arbeit) gekauft, eigentlich nur so alibimässig.
In zwei Bücher habe ich reingelesen.
Beim ersten ginge es um Frauen, die ihre "Männer" verloren, ohne Abschied
*************************
So, Dienstag, ich schriebe weiter.
In der Zwischenzeit, also von 23 h bis jetzt ist einiges passiert.
Finn kam am späten Abend ins Wohnzimmer, mit Hals- und Bauchschmerzen.
Er hat sich dann schonmal hingelegt während ich mich bettfertig machte.
In der nächsten halben Stunde sind wir dann im fünf-Minutentakt aufs Klo.
Beim letzten Mal rannte er los, ins Wohnzimmer, wo ich schon einen Eimer bereitgestellt hatte.
Leider hat er es nicht mehr bis zum Eimer geschafft.
Die Pfütze auf dem Boden war riesig, zu Erkennen waren noch die Reste von der Bärchenwurst.

Finn habe ich dann auf einem Stuzhl geparkt, mit Eimer zwischen den Knien.
Habe dann den Mist aufgewischt, Boden gewienert und dann haben wir uns selber frisch gemacht.
Das war echt fies !

Aber immerhin ging es Finn danach wieder besser und er war in nullkommanix eingeschlafen und ich konnte noch lesen.
*************************

So, die Bücher.
Also, das erste Buch waren Erfahrungsberichte mehrerer Frauen.
Da war ein Bericht einer Frau, die ihren Mann auch durch einenn Verkehrsunfall verlor.
Den habe ich glesen und einige andere Texte habe ich angelesen.
Dann mochte ich einfach nicht mehr.
Der Bericht der ersten Frau, machte mir ein wenig Mut, weil ich nun weiss, das manche Phasen und Gedanken "normal" sind, wenn man seinen Mann "so" verliert.
Die anderen brachten mir einfach nichts.

Und das zweite Buch war für mich einfach nicht zu ertragen, ich fühlte mich nicht angesprochen, bekam ganz schlimme Gedanken.
Das Buch tat mir nicht gut, also steht es wieder im Regal.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Reisepässe

Wir haben ihn !

gestern sind wir nochmal zum Bürgerbpro gelaufen und dort hat dann ein netter Herr vom Ordnungsamt ein Bild von Finn gemacht, das für den Pass verwendet wurde.
Die Sachbearbeiterin war auch sehr bemüht.

Und es ist hier wirklich so, dass man das Foto zurück bekommt.
Es wird erst auf das Formular eklebt und danach wieder abgelöst und das Formular vernichtet.

Auf jeden Fall haben jetzt beide Kinder einen Pass und meinen Ausweis hatte ich zum Glück schon vor kurzem Verlängern lassen.

Die Zuzahlungesbefreiung kamm gestern auch hier an, somit ist das also auch erstmal erledigt.

Dann muss ich ja wirklich nur noch die Sachen packen.

Vor der Zugfahrt habe ich noch immer grosse Angst, aber nicht vor der Fahrt ansich.
Sondern mit den Sitzplätzen.
Wir haben Reservierungen und dort stehen Platznummern drauf für einen Gang- und 2 Fensterplätze.
Dann wir doch wohl einer der Plätze einzeln sein, davor habe ich Panik.
Das einer von uns einzeln sitzen muss.
Und dass ich dann fragen muss, ob jemand mit uns tauscht.
Das ist meine ganz grosse Angst, gerade.
Wie affig, aber das lässt mich einfach nicht schlafen.

Dienstag, 27. Juli 2010

Reisepass kompliziert

Hui, nun hatte ich mich so gefreut, dass wir den Pass für Finn fertig hier liegen haben.
Heute dann Anias.
Tja, jetzt haben wir also Anias fertig und nun gibt es ein grosses Problem mit Finns Pass.
Die Frau, die uns den ausgestellt hat, hat einen Fehler gemacht, beim Nachnamen steht nun 114, seine Körpergrösse.

Das haben wir heute angesprochen und die Frau machte grosse Augen.
Es ist so, dass wir einen komplett neuen brauchen.
Dafür brauchen wir ein Foto. Die Frau fragte nach dem Bild, dass wir beim ersten Mal dabei hatten, das hätte ihre Kollegin uns wieder mitgegeben.
Hat sieaber nicht!
Während der Mittagszeit bespricht sie sich mit einer Kollegin, ob es reicht den Nachnamen per Hand einzutragen und das abzusiegeln.

Und wenn es nicht reicht, müssen wir ein neues Foto mitbringen und sie macht einen neuen Ausdruck.
Das heisst also, ich muss dann ein Foto machen, und wenn ich Pech habe den neuen Ausdruck bezahlen.
Ich kriege hier echt die Krise, das kann doch nicht wahr sein.
Beim Ausweis wird das Foto ja auch dort behalten, so dachte ich, dass es normal ist wenn sie es behält.

In den nächsten zwei Stunden wird sie mich anrufen und Bescheid sagen, wie wir es machen (müssen).

Montag, 26. Juli 2010

tröpfelt noch immer

Ich fühl mich doof.

Nicht Fisch nicht Fleisch würde meine Mutter wieder sagen.

Ich weiss auch nicht, es geht gerade alles so an mir vorbei.

Ich habe Angst, vor der Zugfahrt, vor der Kur, das ich das falsche Kurhaus ausgesucht habe, dass ich vergesse etwas einzupacken, dass es den Kindern nicht gefällt, mir nicht gefällt, die anderen alle doof sind, dass es uns nichts bringt...

Nun muss ich noch mit Ania los und ihr einen Reisepass ausstellen lassen, weil ihr Kinderauweis einen Tag vor ihrem 10. Geburtstag abgelaufen ist.
Aber wir brauchen ihn nunmal, wenn wir nach Dänemark fahren wollen.

Immerhin habe ich es schon fast geschafft meinen Zahnarzt-Marathon zu Ende zu bringen.
Morgen habe ich meinen vorerst letzten Termin bei meiner Ärztin.
Dann habe ich also 2 Wurzelbehandlungen hinter mir und insgesamt 12 (^^) Kunststofffüllungen.
Mannmannmann, was für ein Scheiss !
Aber selber Schuld, klar.

Letzte Woche hat es sich nun endlich alles geklärt, ich habe die letzte Rechnung bezahlt, die im Zusammenhang mit Jürgens Tod stand.
Juhu, alles weg. :-/
Auch Jürgen.

Nun warten wir also, dass sich der Steinmetz meldet, dass der Bildhauer den Stein vorgezeichnet hat.
Es sollte es Anfang dieser Woche soweit sein, und da sitze ich nun wieder und warte...

Mit dem Schlafen habe ich immer noch grosse Probleme.
Da probiere ich gerade wieder mit meinen Tabletten herum, irgendwann muss es doch mal wieder klappen.

Donnerstag, 22. Juli 2010

es tröpfelt so dahin

So, nun gehts mir richtig mies.

Gestern hatte ich wieder einen kleinen "Zwischenfall", mittags bei meiner Mutter, mir ist wieder der Kreislauf weggesackt.
Mir tut meine Schulter weh, gestern ging es noch aber heute so richtig.

Eben hatten wir "Besuch", eigentlich lief es gut, aber ich fühle mich trotzdem nicht gut.
Aber was sein muss, muss sein, oder !?

In der Post waren heute nun endlich die Fahrkarten für den Zug für die Kur.
Somit warte ich nur noch auf einen Brief der Krankenkasse, damit alles geklärt ist.

Ich habe das Gefühl, mir wächst gerade alles über den Kopf.
Von allen Seiten kommt was, immer was Neues.

Und ich bin so wahnsinnig traurig.
Seit ein paar Tagen habe ich immer wieder so ein blödes gefühl, ich denke an Jürgen, freue mich und dann fällt "es" mir wieder ein und es geht mir schlechter als vorher.
Wieder frage ich mich, wann ich es endlich schnalle, er kommt doch nicht wieder !
Das ist so schlimm.
Jeden Abend liege ich im Bett und wühle mich von einer Seite auf die andere und kann nicht einschlafen.
Ständig kommen mir die Tränen und ich fühle mich so alleine.

Immer wieder fallen mir Sachen ein, die ich ganz vergessen (oder verdrängt) hatte.
Einige Sachen sind noch aus der Akte, die ich mit meiner Schwester durchgesehen hatte, in meinem Hinterkopf geblieben.
Und die kommen immer wieder hervor und ziehen mich runter.
Es waren doch etliche Fotos dabei, die wir vorher nicht gesehen hatten, und die waren schon gemein.
Auch einige Papiere bezüglich der Obduktion waren dabei.
Alles in allem in Ordnung.

Eine ganz schlimme Sache ist aber noch immer Jürgens Schuh.
Mein Bruder erzählte mir das, als er wieder da war vom Auto-ausräumen.
Ich wusste, das noch ein Arbeitsschuh im Fussraum steckte , weil er so fest klemmte.
Aber das ist noch gar nicht so schlimm.
In der Akte war eine Kopie eines Fotos aus dem Fussraum, auf dem der Schuh zu sehen ist.

Untertitel :
Foto 53: Opel - rechter Schuh eingeklemmt auf dem Bremspedal

...mir fehlen die Worte

Montag, 19. Juli 2010

So schnell kanns gehen

Gestern nachmittag habe ich meine Schwester zum Bus gebracht.
Ihre zwei Wochen waren um.

Und nun...
...kommt sie heute wieder zurück.
(Gibt wohl Probleme mit der Bahn oder so, egal.)

Ich freue mich.
Sehr !

Sonntag, 18. Juli 2010

"Der Glaube gibt uns Kraft"

Diesen Spruch lese ich auf dem Friedhof immer auf einem Grab an dem ich vorbeikomme, wenn ich Wasser hole.
Und immer und immer wieder kann ich nur den Kopf schütteln.

Anfangs lag mir sehr viel daran, Trost durch meinen Glauben zu bekommen.
Ich hatte ja auch noch ab dem Unfalltag unseren Pfarrer um mich, der mich viel begleitete, bei mir war und mit dem ich reden konnte.
Auch vor diesem Tag war es mir schon wichtig.
Auch in den Wochen und Monaten danach.

Aber jetzt habe ich einfach keinen Draht mehr zur Kirche, zum Glauben.
Es ist wie abgehackt.
Nix mehr da.
Ich kann einfach nicht damit leben, ich finde, die Kirche redet es einfach schön.
Ich habe noch immer so viel Schmerz in mir, es kann doch nicht sein, dass sowas gewollt ist.
Ich kann mich auch nicht "damit" abfinden.

Samstag, 17. Juli 2010

Stein

Nun ist er also bestellt, der Grabstein.

Ania war mit, Finn nicht.
Und es war anstrengend, Ania mochte den Stein nicht, den ich gerne wollte, dafür einen anderen, der für mich gar nicht ging.
Am Ende haben wir uns dann doch einigen können.
es ist doch nicht der australische Stein geworden, sondern einer aus Holland, passt ja auch zu Jürgen.
Eine Laterne haben wir auch ausgesucht, aus Edelstahl, rund und schön.
Aber ich wusste noch gar nicht, wie teuer Edelstahl sein kann. *gg*

Zu Hause habe ich erst eine ganz schlimme Panik bekommen, ich hatte riesige Angst den falschen Stein ausgesucht zu haben.
War schlimm, ich hatte richtig Angst.

Es wird nun das Ornament und die Schrift aufgezeichnet und in etwa zwei Wochen können wir uns den Entwurf ansehen.
Wenn er uns dann gefällt, wird er bearbeitet, dann können wir ihn schon nach der Kur aufstellen lassen.
Und wenn er steht, kann endlich das Grab fest bepflanzt werden, und es kommen der Kranz und eine Schale runter, das wird mir zu voll.
Dann wird meine Schwester wieder hier sein und wir können uns wieder austoben.
Ich weiss noch gar nicht, was ich genau machen möchte, aber ich weiss hier auch, was ich nicht möchte. Ist ja auch schon was.

Wir schön, so wird es endlich alles etwas ruhiger.
Und gleichzeitig habe ich wieder Angst, vor der Zukunft.
Ich habe das Gefühl, mir wächst alles über den Kopf.
Es ist alles so viel, was noch zu tun ist.

*********************************
Gestern haben wir die kopierte Akte beim Anwalt abgeholt.
Ist ein richtig dicker Stapal.
Zu Hause haben wir zu zweit reingeschaut und gelesen.
Das war schlimm, es sind einige Unterlagen dabei, die wirklich weh tun.
Aber es ist gut, dass ich es bei mir habe, die letzten Papiere über Jürgen.

Schlimme Fotos haben wir noch nicht gesehen, jedenfalls nicht noch schlimmer, als de anderen die wir schon kennen.
Heute müssen wir noch mal den Rest lesen.
Morgen fährt meine Schwester wieder nach Hause.

Freitag, 16. Juli 2010

unruhig

Ich kriege hier bald 'nen Vogel !

Gestern hatte uns der Steinmetz nicht erreichen können, so rief er heute Morgen an, um 14 Uhr gehen wir hin und können den ersten Entwurf ansehen.

Gestern waren wir auf dem Friedhof, wir haben Ania den ungefähren Stein gezeigt und den fand sie ganz gut.
Ich hatte ihr auch erzählt, das es ein Sandstein aus Australien ist, dass er toll zum Papa passt.
Sein grösster Wunsch war es, einmal nach Australien zu fliegen.

Die Form, na ja.
Und nun findet sie das Ornament, das ich gerne ganz oben eingemeisselt hätte, absolut doof.

Das ist echt eine doofe Situation für mich.
Mir gefällt es sehr gut so, ich finde es passt alles zu Jürgen, und auch mit gefällt es, sollte es einmal auch mein Grabstein sein.
Alles andere fände ich unmöglich.
Wieviel Mitspracherecht hat denn hier jeder !?

Ich warte mal ab, bis nachher.

Hingehen tun wir fast alle, ob Ania will, werden wir sehen, sie entscheidet sich ja immer erst ganz spontan. (Meistens so, dass sie zu Hause bleibt.)


Der Tag gestern war gruselig, der typische erste Ferientag.
Die Kinder haben sich gezofft ohne Ende.
Finn war wieder sehr aggressiv, hat geschlagen und getreten.


Eine Briefsache hat sich nun auch geklärt.
Ich hatte den Brief Anfang der Woche zum Anwalt gebracht, es hätte sein können, dass noch nachträglich bei der gegnerischen Versicherung geltend gemacht werden müsste.
Hat sich geklärt, zu meinem Glück.

Bei der Gelegenheit hatte ich einmal nachgefragt, ob ich die komplette Ermittlungsakte in Kopie bekommen kann.
Bei den vorigen Malen hatte mein Anwalt immer einige brenzlige Seiten nicht mit kopieren lassen.
Heute können wir sie abholen, und ich bin aufgeregt, was das für Seiten sein werden.
Zum Glück bin ich nicht alleine, meine Schwester wird mitgehen sie abzuholen und zu Hause auch mit mir gemeinsam die Akte durchsehen.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Steinmetz

Heute abend war ich mit meiner Schwester beim Steinmetz, um uns mal beraten zu lassen.
Ania wollte nun doch nicht mit, finde ich schade, ich möchte ja nichts über ihren Kopf hinweg machen.

Dort gibt es eine grosse Ausstellung, wir hatten dort ja schon einmal geguckt.
Heute waren wir auch vorne, dort gab es aber eigentlich nichts, was uns gefiel.

Wir haben mit dem Chef noch einmal herum geschaut und über unsere Wünsche gesprochen.
Im Büro hat er sich alles genau aufgeschrieben und sich die Anzeige kopiert, um die Zeichnung morgen dem Bildhauer vorzulegen.

Der Mann ist unheimlich nett, sehr sympathisch, offen und locker. Das war ein gutes Gespräch.
Und ich fühle mich richtig gut den Stein dann dort zu bestellen.
Ich denke, Jürgen hätte sich sofort gut mit ihm verstanden.

Der ungefähre Preis hat uns dann aus den Latschen gehauen !
Damit hatten wir echt nicht gerechnet.
Es ist sogar noch weniger als die Hälfte meines eingeplanten Budgets.

Bis morgen hat er dann ein Angebot für uns und dann sehen wir weiter.

Den Stein, den wir ausgesucht haben, hat er in der passenden Grösse sogar dort liegen.

Und dann könnte der Stein in wenigen Wochen stehen !
Heute Nacht werde ich sicher sehr gut schlafen.
Morgen ist dann endlich mal ausschlafen angesagt, kein klingelnder Wecker mehr.

Dienstag, 13. Juli 2010

Gemischtes

Nun haben wir beide Kindergaburtstage hinter uns gebracht.

Beide Kinder sind seelig, die Geschenke waren ganz nach ihrem Geschmack.

Morgen ist der letzte Tag in Kindergarten und Schule.
Ich grusel mich schon vor den Wochen vor der Kur, mal sehen, was wir da machen.
Und dann ist es ja bald soweit.

In Sachen Grabstein gehen wir morgen mal zum Steinmetz.
Wir haben da ein paar neue Ideen, und wollen doch langsam mal was hinbekommen.
Mir kommt das Grab so leer vor, ich möchte endlich seinen Namen dort stehen haben.
Heute morgen bin ich mit meiner Schwester dort vorbei gegangen, die habe viele Mustersteine dort stehen, und haben uns die mal angesehen.
Auch auf dem Friedhof sind wir schon ein wenig rumgegangen.
Und auf jeden Fall weiss ich nun, was ich nicht will. *gg*
Ich bin aufgeregt, endlich läuft das an.


Meine Schwester ist ja zur Zeit hier und irgendwie ist es dann auch immer an der Zeit, das Grab neu zu bepflanzen.
Alleine mag ich das nie so, und mit meiner Mutter kann ich das nicht machen, sie traut sich nicht aufs Grab.
Jetzt sieht es wieder richtig schön aus, bunt und blühend.
Dazu haben wir wieder etwas neues an Gedöns verteilt, einen Teil bekam Jürgen und einen Teil bekam mein Schwiegervater. Und bei meinen kleinen Neffen steht nun auch etwas Schönes.

Am letzten Freitag war ich mit meiner Schwester an der Unfallstelle.
Es war heftig.
Wir mussten mit dem Bus fahren und umsteigen, und trotzdem sind wir noch eine gute Strecke gelaufen.
Während wir dort beschäftigt waren, wurden wir ständig angehupt.
Ich weiss nicht warum, wir liefen ein gutes Stück von der Fahrbahn entfernt. Zur Abschreckung war es wohl eher nicht, das Hupen hat uns jedes Mal total erschreckt und ich habe mich schon vor Schreck auf die Fahrbahn springen sehen.
Wir hatten den dicken Ordner mit den Unterlagen dabei, in dem viele Fotos beim Gutachten dabei sind.
Wir haben dort gesessen, gelesen, geschaut, sind ein wenig rumgegangen, haben die Markierungen angesehen.

Wir haben festgestellt, dass die Stelle auf der Fahrbahn, wo er sass und starb auf einer Höhe ist, mit dem Platz wo er lag und die Stelle für das Kreuz auf einer Höhe sind.
(Das Kreuz wird nun also doch eher etwas später dort zu stehen kommen, wir bekommen zur Zeit keinen Kontakt zum Bestatter, wahrscheinlich ist er beschäftigt. Hier wird wohl in der letzten Zeit viel gestorben.)


Und ich wollte es diesmal ganz genau wissen, an welcher Stelle Jürgen lag, nachdem er aus dem Auto geholt wurde.
Ich wusste noch, das auf einem Bild ein Leitpfosten zu erkennen war, war mir aber nicht mehr sicher.
So habe ich mir dann also die Bilder angesehen, meine Schwester wollte nicht.
Und das war schlimm, plötzlich tat es wieder so wahnsinnig weh.
Mir sind einige Sachen aufgefallen, auf die ich bei den letzten Malen nicht geachtet hatte.
Wie kaputt sie war, das dort (mehr) Blut drauf war, als ich vorher gesehen hatte.
Und sein Gesicht, so verletzt...

Mit dem einen Bild stand ich dann dort und habe verglichen.
Und habe die genaue Stelle gefunden, an der er lag.
Mir treibt der Gedanke immer noch die Tränen in die Augen.
Dort lag er, während rund um ihn herum alle beschäftigt waren.
Er lag da, verletzt, tot und mit einer Folie abgedeckt.
Keiner sass bei ihm, streichelte ihn, hielt seine Hand, sprach mit ihm, passte auf ihn auf.

Freitag, 2. Juli 2010

So einen

(Mann) kriegst Du nie wieder !!!

Das höre ich zur Zeit von allen Seiten und es nervt.

Ich weiss das auch.

Aber muss man es mir immer und immer wieder unter die Nase reiben !?

Mir geht es auch so sehr bescheiden.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Morgen

Morgen ist es also soweit, der Tag auf den ich nun schon so lange warte.

Und ich habe so eine Angst !

Diesmal werde ich auf der "richtigen" Seite stehen, auf der Jürgen starb, mitten auf der Strasse, angeschnallt im Auto sitzend.
Mit dem Blick nach Hause.

Das Auto wurde um 180° gedreht.
Es zeigte wieder in die Richtung aus der er kam.

Ich habe wieder so ein heftiges Gefühl in mir drinnen, ich möchte nur schreien, weinen, toben.
Ich habe das Gefühl ich halte das einfach nicht aus.

Es macht alles immer so endgültig.
Aber das kann doch nicht sein.

Irgendwann muss ich doch mal aus diesem Alptraum aufwachen.

Ich will diesen Mann zurück, meine zweite Hälfte.
Den Mann der mich morgen halten würde...

Immer wenn ich genervt war und ihm sagte er solle mich in Ruhe lassen war seine Antwort immer: Ich lass' Dich nie wieder in Ruhe !

Mensch, darauf habe ich mich verlassen.
Ich war so glücklich.
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Um halb neun holt mich S morgen ab und wir werden zur Unfallstelle fahren, um zu sehen, wo das Kreuz am besten aufgestellt werden kann.

Und dann wird mein Mann ein weiteres Kreuz an einer(/dieser) Landstrasse sein...

Noch

Nun wollte ich gerade die Unterlagen zusammen suchen für morgen, aber ich kann das jetzt nicht.
Ich werde orgen den ganzen Ornder mitnehmen, dann können wir dort schauen, wo nun genau welche Stelle ist.
Ich bin gerade wieder in der Verkehrsunfallanzeige hängen geblieben.
Die nimmt mir immer noch die Luft, jedes Mal wenn ich reinlese bricht alles wieder über mir zusammen.

Dabei habe ich gerade wieder die Stelle gelesen, wo steh dass sich in unserem Auto ein Rucksack mit einer Flasche Cola (seit Jahren habe ich gemeckert, dass er immer nur Cola trinkt) und einer Dose belegten Broten befindet. Er augenscheinlich Arbeitskleidung trägt.

Bei der Dose mit belegten Broten muss ich eigentlich immer wieder grinsen.
Besagte Dose steht mit dem mittlerweile-einige-durchlebte-Metamorphosen-Inhalt noch immer bei meiner Mutter auf der Fensterbank.
Ich bin froh, dass ich ungefähr weiss, was sich darin einmal befand.
Das könnte man wahrscheinlich nichtmal mehr mit labortechnischen Untersuchungen herausfinden. *g*

Das ist zum Glück das einzige eklige, der rest ist recht harmlos.

Im Badezimmer steht noch immer Jürgens Zahnputzbecher mit der am Mittwoch (10.6.) frisch ausgewechselten Zahnbürste, davor sein Rasierer.

Am Haken hängt sein frischer am Mittwoch ausgewechselter Waschlappen, meinen Haken "kann" ich nicht mehr benutzen. Ich habe drei neue für uns hingeklebt.

Sein Duschgel und sein Schaumbad steht nun oben auf dem Schrank, neben dem Schaumbad, mit dem ich am 16.8.2004 mittags gebadet habe, bevor ich bei meinem Arzt erfahren habe, dass das Baby in meinem Bauch nicht mehr lebt (das hatte ich einmal versucht zu benutzen, aber ich konnte den Geruch nicht aushalten).

An meinem Schlüsselbund hängt noch der Zweitschlüssel zu unserem Auto.
Jürgens Schlüsselbund ist komplett in der Erinnerungen-Kiste gelandet, neben seinem GPS (auf das er so lange gespart hatte, verdammt !) und seinem Potemonnaie (immer noch alles drin, auch die 11 Euro irgendwas).

In seinem Bücherregal liegen noch immer die beiden zerdrückten Zigarettenschachteln (eine hat Ania in ihrem Zimmer ligen, keine Ahnung wie die da hinkam, aber Ania gibt sie nicht mehr her).

Im Flur an der Garderobe hängen noch seine beiden Jacken, bei der Bomberjacke denke ich jedes Mal wenn ich sie sehen, ich müsste sie mal waschen, so kann Jürgen doch nicht damit rausgehen.
Und die Lederjacke ist noch immer die, die er an dem Abend(/Morgen) anhatte, an dem wir zusammenkamen.
Unter der Garderobe stehen noch immer seine Schuhe, die er noch nicht so lange hatte und die er schon so lange haben wollte.
(Seine Stiefel sind nicht hier, die stehen noch bei meinem Bruder im Zimmer, die hatten sie mit aus dem Auto geholt, und ich mochte sie noch nicht herholen).

Im Abstellraum habe ich einen Karton stehen, in dem sind die Kleidungsstücke der Kinder drin, die sie bei der Beerdigung trugen.
Und eine Tüte mit Sachen aus dem Auto, Kleinkram, den ich noch nicht durchsehen konnte.

In Anis Zimmer stehen neben dem Schrank ein Koffer und einige Tüten mit Jürgens Kleidung, dort stehen sie so, dass wir nicht über sie fallen, aber sie sind immer im Blick. Leider riechen sie gar nicht mehr nach ihm. (Mensch, was haben Ania und ich in der ersten Zeit manchmal hier gesessen und haben an Sachen geschnüffelt wie Süchtige, wie hier ein Chaos losbrach, wenn einer von uns etwas entdeckt hatte, das noch nach ihm roch. Jetzt gibt es nur noch ein Kissen, das hier immer rumfliegt, alle naselang mal gewaschen wird und noch immer gaaaanz leicht nach ihm riecht.
Dabei fällt mir ein, ich war so froh, an dem Mittwochabend, asls wir zu Jürgen gefahren sind und ich an ihm schnupperte und seine Haare noch immer nach seinem Duschgel rochen.
Das war ja am Freitag nicht mehr so, er war ja vor-während-nach(?) der Obduktion abgewaschen worden und dann nochmal hier, bevor wir ihn anzogen, überall waren ja diese grossen fiesen Stiche, die an manchen Stellen noch bluteten.)

Tja, ich sollte doch mal ins Bett gehen, wird morgen/heute ein kraftzehrender Tag.
Aber immerhin vorerst der letzte, den ich alleine ertragen muss *aufdentickerschielundmächtigfreu*.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Erinnerung

Bestimmte Erinnerungen erwischen mich meist völlig spontan.
Heute war es auf dem Weg zum Kindergarten.

Ich habe wieder an die Tage zwischen Unfall und Beerdigung gedacht.
Hier ist es so, wenn der Angehörige in der Leichenhalle liegt, bekommt man einen Schlüssel für die Tür vorne und auch den für den Raum, in dem der Mensch liegt.
Wenn man keinen Schlüssel hat, kann man an der Glastür des Raumes eine Jalousie hochziehen und reinschauen.

Wenige Tage nach dem Unfall kamen meine Oma+ Opa und mein Onkel angereist und wir wollten zu Jürgen gehen.
Es gingen nur diejenigen mit, die wollten.

Als wir dort ankamen, holten alle nochmal tief Luft.
Ich habe dann die Tür aufgeschlossen, ohne die Jalousie hoch war.
Einen kleinen Moment brauchte ich, um die Tür zu öffnen, ich wollte vorher noch einmal alleine reinsehen.
Ich habe richtig gemerkt, wie meine Familie hinter mir die Luft anhielt.

Aber das Schlimmste war, als ich die Tür dann öffnete und man hörte zuerst nur, wie alle tief einatmeten und dann das Schluchzen.
Das war so schrecklich, wir standen dort und wussten nicht, was wir machen sollen.

Montag, 28. Juni 2010

Durchhängen

Das tu ich zur Zeit.
Ich stehe morgens auf, bringe den Tag hinter mich und gehe ins Bett.

Der einzige Lichtpunkt war der Termin letzte Woche bei der Psychologin, den ich endlich wieder hatte.
Die Woche davor hatte ich bei ihr ja einen gemeinsamen Termin mit S zu dem diese mich "genötigt" hatte.
Dort ging es ans Eingemachte, und zwar so richtig.
Sollte ich wieder einen Termin nicht wahrnehmen, werde ich telefonisch "erinnert", bis ich den nächsten habe.

Wenigstens den Kindern geht es gut.
Ania ist wieder ganz ausgeglichen, schön zu sehen, dass sie auch normal mit ihrem Bruder umgehen kann.
Und Finn, na ja, der hängt auch etwas, aber er spielt viel mit seinem Freund und war heute dort, um den Nachmittag im Garten und Pool zu verbringen.

Aber lange habe ich keine Zeit mehr zum Trübsal blasen.
Bald ist es soweit, meine kleine Schwester kommt wieder her, und wir haben hier schon ein kleines Beschäftigungsprogramm zusammengestellt. *winke*

Traum

Puh, ein fieser Traum !

Der treibt mich schon seit Tagen um.

Ich weiss gar nicht mehr, in welchem Zusammenhang es passierte.
Auf jeden Fall waren wir(?) auf dem Friedhof und irgendjemand hat Jürgens Sarg ausgegraben.
Der wurde dann geöffnet und ich war so erstaunt, Jürgen sah noch genauso aus, wie ich mich von ihm verabschiedet habe.
Mir fiel noch auf, dass es nicht "roch".
Dann passierte nichts mehr, oder ich kann mich nicht mehr erinnern.

Was will mir dieser Traum bloss sagen ?