Nun haben wir beide
Kindergaburtstage hinter uns gebracht.
Beide Kinder sind
seelig, die Geschenke waren ganz nach ihrem Geschmack.
Morgen ist der letzte Tag in Kindergarten und Schule.
Ich
grusel mich schon vor den Wochen vor der Kur, mal sehen, was wir da machen.
Und dann ist es ja bald soweit.
In Sachen Grabstein gehen wir morgen mal zum Steinmetz.
Wir haben da ein paar neue Ideen, und wollen doch langsam mal was hinbekommen.
Mir kommt das Grab so leer vor, ich möchte endlich seinen Namen dort stehen haben.
Heute morgen bin ich mit meiner Schwester dort vorbei gegangen, die habe viele Mustersteine dort stehen, und haben uns die mal angesehen.
Auch auf dem Friedhof sind wir schon ein wenig
rumgegangen.
Und auf jeden Fall
weiss ich nun, was ich nicht will. *
gg*
Ich bin aufgeregt, endlich läuft das an.
Meine Schwester ist ja zur Zeit hier und irgendwie ist es dann auch immer an der Zeit, das Grab neu zu bepflanzen.
Alleine mag ich das nie so, und mit meiner Mutter kann ich das nicht machen, sie traut sich nicht aufs Grab.
Jetzt sieht es wieder richtig schön aus, bunt und blühend.
Dazu haben wir wieder etwas neues an
Gedöns verteilt, einen Teil bekam Jürgen und einen Teil bekam mein
Schwiegervater. Und bei meinen kleinen Neffen steht nun auch etwas Schönes.
Am letzten Freitag war ich mit meiner Schwester an der Unfallstelle.
Es war heftig.
Wir mussten mit dem Bus fahren und umsteigen, und trotzdem sind wir noch eine gute Strecke gelaufen.
Während wir dort beschäftigt waren, wurden wir ständig
angehupt.
Ich
weiss nicht warum, wir liefen ein gutes Stück von der Fahrbahn entfernt. Zur Abschreckung war es wohl eher nicht, das Hupen hat uns jedes Mal total erschreckt und ich habe mich schon vor Schreck auf die Fahrbahn springen sehen.
Wir hatten den dicken Ordner mit den Unterlagen dabei, in dem viele Fotos beim Gutachten dabei sind.
Wir haben dort gesessen, gelesen, geschaut, sind ein wenig
rumgegangen, haben die Markierungen angesehen.
Wir haben festgestellt, dass die Stelle auf der Fahrbahn, wo er
sass und starb auf einer
Höhe ist, mit dem Platz wo er lag und die Stelle für das Kreuz auf einer Höhe sind.
(Das Kreuz wird nun also doch eher etwas später dort zu stehen kommen, wir bekommen zur Zeit keinen Kontakt zum
Bestatter, wahrscheinlich ist er beschäftigt. Hier wird wohl in der letzten Zeit viel gestorben.)
Und ich wollte es diesmal ganz genau wissen, an welcher Stelle Jürgen lag, nachdem er aus dem Auto geholt wurde.
Ich wusste noch, das auf einem Bild ein
Leitpfosten zu erkennen war, war mir aber nicht mehr
sicher.
So habe ich mir dann also die Bilder angesehen, meine Schwester wollte nicht.
Und das war schlimm, plötzlich tat es wieder so wahnsinnig weh.
Mir sind einige Sachen aufgefallen, auf die ich bei den letzten Malen nicht geachtet hatte.
Wie kaputt sie war, das dort (mehr) Blut drauf war, als ich vorher gesehen hatte.
Und sein Gesicht, so verletzt...
Mit dem einen Bild stand ich dann dort und habe verglichen.
Und habe die genaue Stelle gefunden, an der er lag.
Mir treibt der Gedanke immer noch die Tränen in die Augen.
Dort lag er, während rund um ihn herum alle beschäftigt waren.
Er lag da, verletzt, tot und mit einer Folie abgedeckt.
Keiner
sass bei ihm, streichelte ihn, hielt seine Hand, sprach mit ihm, passte auf ihn auf.