Samstag, 20. November 2010

Wut

Puh, ich bin froh, dass dieser Tag vorbei ist.

Finn liess heute den Kindergarten ausfallen und schlief aus, ich auch.
Den Nachmittag waren Finn und ich unterwegs, Geld ausgeben.
In der Apotheke habe ich mir Nachschub an Halsschmerztabletten besorgt und wo wir gerade in der Nähe waren, haben wir einen Abstecher in "unseren" Buchladen gemacht.
Ich wurde fündig, ich brauchte unbedingt einen neuen Krimi. Wer weiss wie schnell ich das jetzige Buch durch habe, sonst stehe ich am Wochenende ohne Buch da. Geht gar nicht !

Für Ania habe ich auch schnell ein Buch gefunden, damit habe ich einen Volltreffer gelandet. Ist gar nicht so einfach bei Ania.

Finn hat sich ein Buch zum Eintragen ausgesucht : "Meine Kindergartenfreunde"
Damit wirds dann auch Zeit, ist ja nicht mehr allzu lange, bis die Entlassung für die Schulkinder ist.

Zu Hause haben wir uns hingesetzt und Finns Daten eingetragen.
War chaotisch, immer wenn ich Finn etwas fragte, antwortete Ania und Finn hatte keine Lust mehr.

Aber so richtig fies wurde es, als wir zu der Stelle "Zu meiner Familie gehören" kamen.
Wie es jetzt ganz genau war weiss ich nicht mehr.
Jedenfalls kam die Rede auf Papa und das Finn den Papa im Herzen hat und ich Ania sagte, dass ihm das wichtig ist.
Dann sagte Finn, der Edgar (ich benutze mal unser Pseudonym von zu Hause hier weiter) ist Schuld.
Und da stiegen Ania schon die Tränen in die Augen, und wollte, dass wir aufhören darüber zu sprechen, sonst muss sie weinen.
Jaha, und dann tobte hier das Chaos !

Finn spricht "gerne" und oft (sogar mir manchmal zu oft) darüber, er braucht es anscheinend und kann gut damit umgehen. Ania eben nicht, sie mag nicht immer wieder daran erinnert werden.
Als wir uns alle wieder beruhigt hatten, fragte ich Ania, ob sie sauer auf den Edgar ist. Und sie nickte.
Finn meinte, der Edgar ist nicht böse, Ania sagte doch, und Finn meinte nein, hat Mama gesagt.
Damit kann Ania nicht umgehen.

Himmel, genau das beschäftigt mich seit Wochen wieder ganz enorm, ich bin so wahnsinnig wütend.
Ich versuche seit Wochen wieder runterzukommen und diesem Menschen gegenüber keine Gefühle zu haben, besonders keine negativen.
Und das ist echt nicht leicht, besonders, den Kindern gegenüber nichts zu sagen. Aber die können ja nicht mit meinen Gefühlen nd Gedanken belastet werden.

Ich überlege schon so lange, was (/ob) wir mit Ania tun sollen, ob sie Hilfe braucht.
Ich weiss es einfach nicht.

1 Kommentar:

  1. Hallo Ute,

    ich lese oft bei Dir und so oft denke ich, ich sollte mal was schreiben. Irgendwie mach ich es dann doch nicht. Keine Ahnung warum.

    Aber zu diesem Thema muss ich einfach etwas sagen. Bitte, hol Dir für Ania Hilfe. Meine Kinder haben mit 10 Jahren ihre Oma verloren. Mein Sohn hat sich verhalten wie Deiner. Meine Tochter wie Ania. Er hat es verkraftet, sie leider bis heute nicht. Ich könnte mich sonstwohin beißen, dass ich damals nicht darauf bestanden habe, dass sie zu einer Trauerbegleitung oder ähnliches geht. Heute kämpft sie immer noch mit dem Thema und kann nicht über die Oma sprechen ohne in Tränen auszubrechen. Nach über 10 Jahren.

    Dir und Deinen Kindern wünsche ich weiterhin viel Kraft.

    Liebe Grüße
    Schnackeline (leider kann ich nur als anonym, wordpress funktioniert irgendwie nicht)

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