Freitag, 16. April 2010

Das Treffen

Ich bin alleine zum Anwalt gegangen und war eine knappe halbe Stunde vor dem Termin da, weil ich als Erste da sein "sollte", damit ich dann schon in dem Raum warten konnte und dort erst auf ihn treffe.
Vorher habe ich kurz mit dem Anwalt gesprochen, ob es noch irgendetwas gibt.
Ich hatte zwei Fragen zum Inhalt des Obduktionsberichts, dies wird er jetzt noch abklären.

Tja, und dann kam der (ich nenne ihn mal) Herr D. in den Raum, begrüsste uns mit Guten Morgen und wir setzten uns alle.
Dann hat der Anwalt erstmal ein wenig geredet und ihn auch angesprochen, er hat dann auch einiges erzählt.
Nach und nach ging es dann und ich musste nicht mehr so arg weinen und redete auch und erzählte ihm so über den Tag, also den 10. Juni, wie ich es erlebt habe.
Das ich erst abends um halb sechs erfahren habe, dass Jürgen tot ist.
Ich ihn dann um halb neun endlich sehen durfte.

Und mein Hauptanliegen, warum er sich so spät erst gemeldet hat.
Und ich weiss nicht, seine Antwort war eigentlich immer "davon wird er ja auch nicht mehr lebendig", "das bringt Ihnen den Mann auch nicht wieder zurück".

Er meinte, er hätte von den Kindern erst während der Verhandlung erfahren, aber das ist nicht möglich, das stand alles in der Akte, die auch seine Anwältin hat. Ebenso in den Briefen der Versicherungen und des Gerichts.


Also, insgesamt geblieben ist er eine knappe Dreiviertelstunde, es sah aus, als flüchtete er. Es kam so plötzlich.
Ich glaube, es war ihm zu viel, vor allem was ich erzählt habe.
Und auch an den Bildern, die ich mitgenommen habe.
Ich habe das Familienfoto von uns mitgenommen und das Album.
Auf der ersten Seite war das Bild von uns allen und auf den nächsten zwei Seiten waren Bilder von Jürgen, eins vom Mittwochabend, in Arbeitskleidung in dem Metallsarg und drei von Jürgen, als er fertig angezogen aufgebahrt war.
Ich hatte vorher gefragt, ob er sie ansehen möchte. Ich wollte ihm zeigen, wer Jürgen ist, wer er war.

Ich glaube es hat ihn erschlagen, was er alles erfahren hat.

Danach habe ich noch mit dem Anwalt zusammengesessen und wir haben noch eine knappe Stunde geredet und kamen doch zu keinem richtigen Gedanken, was wir nun davon halten sollen.
Da ging es, ich konnte nach Hause gehen, aber es hat in mir gebohrt.
Ich kam mir nicht ernst genommen vor.

Und je länger ich darüber nachdenke, finde ich, ich kann das einfach nicht so stehen lassen.
Am Mittwoch habe ich lange mit meinem Papa telefoniert und er meinte, wahrscheinlich war dieser Mann einfach geschockt.
Es war alles so grausam für ihn, dass er es erst verarbeiten muss. Und es ihm dann vielleicht in ein paar Wochen möglich ist, mit etwas Abstand noch einmal darüber zu reden.
Ich muss darüber nochmal mit S reden, was sie dazu sagt.
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Aus der Verhandlung wusste ich ja schon, das Herr D. zwei Söhne hat, die beide sogar älter sind als Jürgen.
Während des Gespräches beim Anwalt, erzählte er, dass einer seiner Söhne sogar Pastoralreferent ist.
Ich habe gestern nach ihm gegoogelt und ich dachte ich bekomme einen Schlag.
Dieser Mann ist tätig im Bereich Kindergärten, Jugendarbeit.
Zu diesem Sohn war Herr D. am Mittwoch unterwegs, als der Unfall passierte.

Mal sehen, vielleicht kommt von seiner Seite noch einmal etwas, wenn etwas Zeit vergangen ist.

Dienstag, 13. April 2010

Warum immer so spät ?

Ich habe mir überlegt, das Album morgen / heute mit zu nehmen.
Ich hatte noch ein bestimmtes Foto gesucht, und dabei bin ich auf eine kleine Kiste gestossen mit Bilder-Mischmasch, die habe ich mir alle angesehen.
Und das war so hart.
So viele fröhliche glückliche Gesichter.
Und so oft Bilder von Jürgen.
Mann, er fehlt mir so.
Ich liebe diesen Mann so wahnsinnig, wie schon die letzten 11 Jahre auch.
Ich kann das nicht glauben.
Nie wieder mit ihm quatschen, lachen, streiten.

Scheisse, Mann, dafür habe ich ihn doch nicht geheiratet, damit er mir wieder genommen wird !


Und warum kommt sowas immer abends ???

Montag, 12. April 2010

Kur, es läuft an

Am Vormittag kam S spontan vorbei und hat mir gleich die Papiere für den Kurantrag da gelassen.
Ich musste mit F sowieso noch zum Kinderarzt und habe gleich die Atteste für die Kinder dort abgegeben. Und wo wir gerade da waren, sind wir noch bei meinem Psychiater vorbei gegangen und haben mein Attest dort abgegeben.
Und ich war so überrascht, bei beiden Ärzten kann ich die Papiere spätestens am Donnerstag schon wieder abholen !
Sonst dauert dort alles immer eeeeewig, besonders bei meinem Arzt.

Fs Wunde sieht "toll" aus und es wird nun das oberste Pflaster abgelassen, nur noch die Streifen bleiben dran "bis sie abfallen".

Ende der Woche kommt S dann noch einmal und wir sehen, dass wir die Papiere losschicken.
Sie meint, so ist es ziemlich sicher, dass die Kur zügig durch geht.

Die Selbstauskunft-Bögen der Kinder habe ich schon fertig, war ja auch nur jeweils eine Seite.
Bei mir hakt es etwas.
Ich muss mal schauen, das gröbste habe ich schon, aber ich bin so unsicher was ich bei den Gründen und den Zielen schreiben soll.
Ich habe Angst etwas falsches zu schreiben.


Nun ist es ja morgen soweit.
Ich konnte letzte Nacht schon nicht schlafen.
F kam rüber und kam nicht mehr in den Schlaf.
Geschlafen habe ich dann so um kurz vor vier.

Der Termin ist ja um 10 Uhr, ich werde aber mal 20 Minuten eher dort sein, denke ich.
Dann kann ich mit dem Anwalt noch zwei Sachen aus dem Obduktionsbericht durchgehen, die mir komisch vor kommen.
Und ich werde um Kopien des Polizeiberichtes bitten.
Dann bin ich morgen auch eher da, ist vielleicht besser für mich.
S sollte ja erst mitkommen, aber nun hat sie schon einen Termin.
Aber ich finde es auch besser so, wenn er alleine kommt, ist es blöde wenn ich dann mit "Verstärkung" komme. Und der Anwalt wird ja auch die ganze Zeit dabeisein.

Und ich habe sooo eine Angst !
Wie blöde ist das denn ?!

Sonntag

So, nun habe ich gerade mein Mitternachts-Mahl verputzt, was in diesem Fall eine Dose Ölsardinen war.
Ich esse die grundsätzlich um solch unwirtliche Zeiten und überlege gerade, ob ich noch eine Dose vertrage.

Heute war wieder ein fleissiger Tag.
Wir haben schön ausgeschlafen und konnte dann um 11 Uhr nicht mehr liegenbleiben.
Es turnte ja auch ständig mein Sohn über meine Beine, so hatte ich keine Ruhe.

Die Kinder haben sich dann wahlweise vor den PC bezw. ins Kinderzimmer zum Spielen verkrümelt.

Und Mama ist dann samt grosser Tüte im Keller verschwunden, und diese grosse Tüte hat sie auch gebraucht.
Ich habe dann erstmal das Altpapier, dass aus viiiieeeelen leeren Kartons bestand, das ich erreichen konnte klein gemacht. Damit ich überhaupt weit genug rein konnte in den Kellerraum.^^
Ich habe drei Ladungen Altpapier zur grossen Tonne gebracht, die nun gut über die Hälfte voll ist.
Dazu kamen noch drei Tüten in die Restmülltonne.
Alles was so rumflog habe ich ordentlich (!) zusammen geräumt und die Sachen die in den nächsten Wochen zum Sperrmüll kommen in einer Ecke verstaut.
Und die freie Bodenfläche habe ich grob gefegt.

Nun sieht es ganz gut aus, zumindest würde ich meine Vermieterin wieder reinsehen lassen (!!).

Das einzige was mich noch stört ist ein halber Baumstamm, der rumliegt und bald auch genug gelagert wurde um ihn zu verfeuern.
Den hatte J im Frühjahr 2009 von einem Bauern bekommen und war dabei ihn im Keller zu zerlegen, er brauchte die Teile für seinen neuen Cache.
Mal sehen, wie und wann ich diese riesige Ding loswerde.

Dann habe ich im hinteren Teil des Raumes noch einen Satz Winterreifen von unserem Astra gefunden. Sind noch super, Profil noch nicht abgefahren und von einer guten Firma.
Auch bei denen muss ich mal sehen, wie ich die loswerde.
Und wann ich mich davon trennen kann.


Nun habe ich doch noch eine zweite Dose Sardinen gegessen und bin jetzt bei den Resten der Ostertüten der Kinder.

A kam bisher erst viermal raus, mal sehen wie ich sie morgen aus dem Bett bekomme.
Und ich bin gespannt, wann F gleich kommt, eigentlich ist er schon leicht überfällig.
Mannnnn, ich kann doch nicht alleine einschlafen !

Ansonsten geht/ging es mir heute besser.
Nicht mehr so traurig.
Dann habe ich in der letzten Woche meine Tabletten total oft vergessen.
Ich habe nur noch im Schnitt zwei Ess-Brech-Attacken am Tag.
Meine Haut ist schön, meine Haare gehen schon über die Taille.
Nur die Waage ist immer noch gemein zu mir und der Himmel weint rote Tränen.

Und ich warte auf Post.
Am Samstag kam ja immerhin schon das Urteil in Kopie von meinem Anwalt.
Aber ich warte immer noch auf den Bescheid der Rentenversicherung, dass ich dort keine Rente bekomme.
Ohne diesen Bescheid kann ich kein Wohngeld beantragen.
Von der Oberjustizkasse kam auch noch kein Schreiben, wegen Js Insolvenz, aber immerhin auch keine weitere Rechnung. Wobei das ja sicherlich trotzdem an mir hängen bleiben wird.
Vom Gericht in A. kam wegen des Erbscheins auch noch kein weiterer Brief. Ich muss Gebühr für einen Erbschein zahlen, ohne den ich Js letzten Lohn (<500€) nicht bekommen hätte ! (Den ich dann aber auch erst nach etlichen Monaten auf Nachhaken meines Anwalts bekam.)

Haha, und ich dachte schon, jetzt nachdem das Verfahren abgeschlossen ist, kehrt Ruhe ein.
Ich hab' die Schn*** voll, ich hab' die Schn*** voll !

Schlafen kann ich auch nicht, wie man merkt.
Ich bin nicht müde, ich könnte noch die halbe Wohnung putzen.
Ich habe Angst !
Ich mache mir bald in die Hose.
Am Dienstag ist es soweit !
Wovor ich Angst habe weiss ich nichtmal.
Und ich frage mich, ob es danach irgendwie "weitergeht".

Sonntag, 11. April 2010

Samstag

Und wieder einen weiteren Monat weiter, nun sind es also 10 Monate.

Der Samstag war auch ziemlich kurzweilig, die Kinder waren eine zeitlang draussen udn haben so rumgewurschtelt.
Ich auch, habe in der Küche weiter gemacht und bin gut voran gekommen.
Zwischendurch noch As Bett frisch bezogen, drei Maschinen Wäsche gewaschen, zwei Spülmaschinen, aus dem Keller eine Riesenmenge Altpapier entsorgt.

Hab dann ganz hinten im Keller das Holzkreuz stehen sehen, stand bis zur steinsetzung auf Schwiegervaters Grab.
Wir haben das Kreuz dann mitgenommen und in den Keller gestellt.
Und da steh es jetzt seit drei Jahren.
Ich kann es einfach nicht entsorgen.

Mein Schwiegervater starb am 10. Juli 2005.
Morgens um fünf rief Js Bruder an, J war gerade dabei F zu wickeln, der da gerade fünf Tage alt war.
Auch bei ihm wurde sein Körper zuerst beschlagnahmt, weil er zu Hause gestorben ist, im Schlaf neben der Schwiegermutter.

Ich hatte in den Jahren danach immer eine Wahnsinnsangst, dass J auch so sterben könnte.
Das war der Horror.
Und nun denke ich mir, vielleicht doch lieber so, als mitten auf einer Landstrasse.

Mit der Beerdigung gab es auch Probleme, von der Kath. Kirche, am Ende sollte es am 13. Juli sein, wo wir aber protestiert haben, das war As 5. Geburtstag.
So wurde es der 14. Juli.

Tja, und nun liegt mein Mann also etwa 10 Metern von seinem Vater entfernt.



So, nun sitze ich hier und bin so traurig.
Eigentlich ging es den Tag so, bis ein Nachbar nach Hause kam, mit Freundin im Schlepptau.
Und ich frage mich, ob ich irgendwann wieder glücklich sein kann.
Vielleicht jemanden kennen lerne, der mit uns leben möchte, uns liebt und den wir lieben können.

Nimmt überhaupt jemand so eine Frau ?
Mit zwei Kindern.
Die eigenwillig ist.
Mit einer Vergangenheit.
Der mich / uns bedingungslos liebt ??
Wie findet man denn so jemanden ?
Oder muss frau nehmen, was sie kriegt ?

Samstag, 10. April 2010

Schöner Tag

Eigentlich war es heute sehr schön.
F hatte wieder Besuch von seinem "neuen" Freund, der in seinen Kindergarten kam und die beiden sind richtig dicke.
Das freut mich sehr, vorher hatte er es nicht so mit anderen Kindern. Ich dachte schon manchmal, das wäre doch nicht mehr normal.

Durch diesen Besuch war ich auch endlich wieder gezwungen hier Ordnung zu schaffen, dauerte auch nicht wirklich lange (für meine Verhältnisse).
Nur die Küche war wieder das Stiefkind.
Das ist der Raum, der als grosse Abstellkammer dient, aus den Augen aus dem Sinn, und außerdem ist unser eigentlicher Abstellraum schon zu voll.^^

Nachdem die Kinder in der Küche waren um sich Eis zu holen und der kleine Junge rief: hier ist es aber rummelig!!!, habe ich mich dann mal an die Küche gemacht.

Und ich bin stolz, wirklich.

Ich habe so viel geschafft heute.
Und es fiel mir auch noch total leicht.

Dafür war heute bei mir immer eine unterschwellige Traurigkeit.
Mir standen mehrmals die Tränen in den Augen.

Ich war sogar mit den Kindern auf dem Spielplatz, war ich schon ewig nicht mehr.
Das war immer Js Sache, er konnte lange dort sitzen, ich nicht.
Aber die Kinder wollten raus und ich wollte die beiden nicht alleine lassen, obwohl der Spielplatz schräg gegenüber ist und ich ihn durch zwei Fenster einsehen kann.
So habe ich heute auch noch ein wenig Sonne bekommen, die Kinder haben sich gefreut.

Und als Abschluss bin ich mit F dann losgefahren, als sein Freund abgeholt wurde und es gab Döner zum Abendessen.

Donnerstag, 8. April 2010

Mannooo

Ich mag weinen !
So richtig !!

Vorhin war ich soo froh, endlich zwei Hosen zu finden, die über meine Beine/Stampfer passen. Gleich zwei Stück, obwohl ich mir eigentlich nur die Zeit vertreiben wollte.

Und nun hat F unsere Kamera geschrottet.
Er hat sie fallen lassen und nun geht nix mehr.
Das gleiche hat er mit der vorigen Kamrea auch gemacht.
Nun muss ganz schnell eine neue her, sonst werde ich verrückt.
Ich muss doch regelmässig Fotos auf dem Friedhof machen, für mein Album.
Ohne Kamera fühle ich mich komisch.

DER Termin

Mensch, ich bin noch gar nicht aufgeregt.
Am 13. habe ich den Termin.
Bei meinem Anwalt in deren Räumen werde ich auf "den Anderen" treffen.
Ich wurde heute vom Büro meines Anwalts angerufen, er hätte dort angerufen um einen Termin zu vereinbaren.

Ja, und ich bin nicht mal hibbelig.
Na gut, ein bisschen schon, eigentlich sollte ich jetzt nicht hier sitzen sondern schlafen.

Aber erst seit einer halben Stunde schläft F, er war im Bett aufgewacht und hat schlimm geweint, weil er alleine war.
Bis vor einer halben Stunde hampelte er so auf meinem "Bett" rum und erzählte vor sich hin.


Und es gab mal wieder ein typisches Beispiel der Bürokratie.
Es kam ein Brief von der Berufsgenossenschaft in dem A gebeten wird, ihre kompletten Einkünfte aus Arbeit und Vermietung aus dem Jahr 2009 anzugeben.
Auf 6 Seiten !
Am Ende soll sie unterschreiben, aber das Kind kann doch keine rechtsgültige Unterschrift leisten !
Mann, das Kind ist 9 Jahre alt und geht in die 4. Klasse, verdient udn verdiente noch nie Geld, aber das weiss der Bearbeiter doch auch schon, ich hatte schon mit ihm telefoniert.
Noch einmal rufe ich dort nicht an.
Der Sachbearbeiter ist nicht mein Fall, der ist mir letztes Mal echt fies gekommen.
Ich werde den Brief mit einer Mitteilung zurückschicken.

Mittwoch, 7. April 2010

Tolle Ostern

Eeeeendlich haben wir es geschafft.
Im wahrsten Sinne des Wortes, ich bin geschafft.

Ende letzter Woche sind wir wieder zu meiner Mutter übergesiedelt, über die Feiertage.
Da war mir schon immer so übel und mein Kreislauf spielte verrückt.
Samstag morgen musste F ins Bad und ich sollte mitgehen.
Ich habe dann die Tür geschlossen und das nächste an das ich mich erinnern konnte, war der heftige Schmerz in meiner rechten Schläfe und Fs Frage, warum ich mich hingesetzt habe.
Ich war an der Tür hinunter gerutscht und habe mir den Kopf heftig angeschlagen, es tut noch immer sehr weh.


Am Montag war ich mit F und Mutter endlich mal wieder auf dem Friedhof und habe wieder etwas getan.
Es kam ein neues Gesteck drauf und von uns beiden jeweils ein frischer Strauss. Dazu noch einige kleine Deko-Sachen, bisschen Gedöns dass von mir gekauft werden wollte.
F hat sich gefreut und alles aufgestellt, auch bei dem Opa, der nur 10 Meter entfernt liegt.
Er hat auch mit Freuden gesehen dass die Gärtner das Wasser wieder angestellt haben.
Das macht er wirklich am liebsten, giessen.
Er steht dann so gut wie die ganze zeit am Hahn, füllt Giesskanne um Giesskanne und versorgt alles und jedes mit Wasser, ob es will oder nicht.
Er kommt dann auch im Sommer, wenn wieder jeden Tag gegossen werden muss, mit.





Und das absolute Highlight war das Erlebnis, einen Rettungswagen mit Sirene und Blaulicht nicht nur an uns vorbei rauschen zu sehen.

Am Montag abend haben die Kinder im Wohnzimmer meiner Mutter getobt.
Und es steht dort ein grosser massiver Tisch mit Glasplatte.
Dort ist F mit dem Kopf an die Kante geschlagen.
Er hat einen Ratscher am Augenlid und eine tiefe Wunde zwischen den Augen, die entsetzlich geblutet hat.
Ich habe nur das Handtuch gehalten und habe versucht das Kind zu beruhigen, ich kam mir vor wie fern gesteuert, alles lief automatisch.
Meine Mutter rief den Rettungswagen und die kamen zum Glück schnell.
Einer der beiden Sanitäter ist der Vater einer Schulkameradin As.
Von dem bekam F dann nach der ersten Versorgung einen Teddy von der Aktion Teddybär, der ihn trösten sollte.
Im Krankenhaus wurde erst geröntgt und dann wurde die Wunde geklebt.
Und dann durften wir wieder nach Hause fahren.



Und das grosse Zittern bekam ich erst, als wir wieder zu Hause waren. Ich fühlte mich so elend.
Ich bin dann auch früh ins Bett, ich war kaputt.

Der Kleine hat alles gut überstanden, er war Dienstag am Nachmittag schon wieder im Kindergarten. Und seinen Teddy hat er natürlich gleich mitgenommen und herumgezeigt, der nun bei ihm im Bett schläft.

A und meine Mutter hat es aber ähnlich wie mich mitgenommen. A war völlig fertig, hat geweint und hatte Panik davor Blut zu sehen. Und das er brechen könnte, da ist sie eh sehr empfindlich.

Montag, 29. März 2010

Nicht gut

Endlich haben wir das Wochenende hinter uns gebracht.
Es war schrecklich.
Die beiden haben sich von morgens bis abends gefetzt.
Ich musste ständig Tränen trocknen.

Es wurde geschlagen, getreten und an den Haaren gerissen.
Und ich war so müde, habe ewig rumgehangen und gelesen.
Das war aber nicht so übel, das Buch wird jetzt am Ende wirklich gruselig, da lese ich es eh nur tagsüber.

Müde bin ich auch jetzt noch. Ich müsste dringend ins Bett.
Mein Hals tut mir auch wieder weh, nachdem der Samstag fast schmerzfrei war.

Als ich heute abend in den Spiegel guckte, habe ich mich tierisch erschrocken.
Ich sah so absolut fertig aus, total verheult.
Ich bin dann mal ganz nah an den Spiegel gegangen und habe die Bescherung entdeckt.
Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich wieder Ess-Anfälle habe.
Und nun sind in beiden Augen Äderchen geplatzt.
Das sieht echt schlimm aus, hoffentlich geht das bald wieder weg.
Dazu hatte ich gestern abend noch ein komisches Erlebnis.
Ich sass am PC und plötzlich hatte ich ein ganz wattiges Gefühl, mir rauschte es so wahnsinnig in den Ohren und mein ganzer Körper wurde schwer.
So ein Gefühl hatte ich das letzte Mal, als ich beim Arzt bewusstlos wurde.

Wenn ich es schaffe rufe ich nachher mal meinen Arzt an.


Den Obduktionsbericht habe ich Donnerstag abend noch gelesen.
Und ich finde es gut so, nun weiss ich, das J nicht so schwer verletzt war, wie er aussah.
Und ich weiss nun, dass er nicht an einer Hirnblutung starb.
Bei dem Aufprall wurden einige Organe förmlich zerrissen, auch das Herz.
In seinem Bauchraum waren 1,6l Blut.
Er ist innerlich verblutet.

Donnerstag, 25. März 2010

Termin 2

So, heute endlich den (richtigen) Termin hinter mich gebracht.

Zuerst beim Amt erkundigt, was es für Probleme mit der Rente es gibt.
Der Rentenmann hat sich wirklich bemüht, genauso wie unsere ehemalige Sachbearbeiterin beim Jobcenter.
Nach langem Telefonat war dann alles geklärt.
So etwas hatte der Rentenmann bisher auch nicht gehabt.

Und das Ergebnis ist nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte, ich kann damit leben.

Danach zum Anwalt.
Wegen eines Treffens mit dem Anderen wird er sich mit der Anwältin in Verbindung setzen wegen eines Termins.
Und zur Absprache wegen des Ortes, wo es stattfinden soll.
Es soll ja auf neutralem Boden sein.
Vielleicht im Büro meines Anwalts.

Dann noch einige kleinere Sachen besprochen.

Und ich habe darum gebeten mir Teile der Akte zu kopieren.

Das Protokoll vom LKA NRW von der Tatortvermessung.
Das Gutachten des DEKRA-Sachverständigen.
Und den Obduktionsbericht ("Leichenöffnungsprotokoll").

Nun habe ich gut 80 Seiten hier liegen.

Beim Durchblättern sind mir schon ein paar Worte ins Auge gestochen und ich habe schon die erste Runde geweint.

Es mir ansehen werde ich wohl heute Abend, wenn die Kinder schlafen.
Dann kann mein Gesicht bis morgen früh wieder abschwellen.

Mensch, ich hätte so gerne einen Menschen bei mir, leider geht das nicht, es sollte ein bestimmter sein.
Aber bald wieder, dann können wir ja zusammen noch einmal lesen und eine Runde weinen.

Ausserdem habe ich S gefragt, wie es denn mit einer Kur aussieht, mein Arzt hatte mich ja letzte Woche auch gefragt. Ich habe Glück und sie macht auch Kurberatung.
Dafür werden wir uns nächste Woche mal zusammensetzten nd das besprechen.
Damit es recht zügig geht, so dass wir es noch vor As Eintritt in die Realschule schaffen.

weiterleben

Immer war ich mir sicher, dass ich vor ihm sterbe.
Durch meinen "Lebenswandel", dem Raubbau an meinem Körper, mit dem ich seit 15 Jahren lebe.

Dieser Mann hat mir so oft das Leben gerettet, theoretisch, dadurch dass er da war, einmal durch Taten.

Immer hat dieser Mann zu und hinter mir gestanden, egal was war.

Warum lässt er mich denn jetzt hier alleine, im Leben.

Er war meine Insel, bei ihm war ich zu Hause, lebendig.

Ich weiss nicht, wie ich so weiterleben soll.

Alles ist so schwer, und immer dieser Schmerz, der mich nicht mehr loslässt.

Das macht alles so schwer.

Ich merke, dass mir alles aus der Bahn gerät und kann nichts dagegen machen.

Ich mag nicht mehr, ist alles so sinnlos.

Mittwoch, 24. März 2010

Termin

Juhu, ich lebe noch !
Gestern fiel ich trotz meiner wahnsinnigen Müdigkeit erst um kurz vor zwei halbtot ins Bett.
Ich hatte es mir gedacht und fast drauf gewartet, die Panik kommt wieder auf.
Gestern abend war es heftig, ich habe F ins Wohnzimmer geholt, weil ich Angst hatte, alleine zu schlafen. Auch die Dunkelheit macht mir grosse Angst.
Hoffentlich wird es nicht wieder so arg und ist bald wieder vorbei.

Meinem Hals geht es auch schon viel besser.
Gestern hatte ich fast die halbe Packung der Tabletten aufgebraucht, und trotzdem gingen als Abendessen nur zwei Becher Griesspudding aus der Kühlung.
Heute mittag konnte ich dann das, eigentlich für gestern gedachte, Brötchen zum Mittag essen.

Und ich hatte heute wieder eine ganz unangenehme Begegnung im Kindergarten, als ich F abholte.
In seiner Gruppe ist ein Mädchen, dass mich seit Monaten, eigentlich schon seit F nach dem Unfall wieder in den Kindergarten geht, anspricht. Auf den Tod von J.
Sie steht dann vor mir, grinst mich breit an und sagt oder fragt mich etwas, das mit dem zu tun hat.
Heute war es die Frage, ob ich sehr traurig bin, dass mein Mann tot ist.
Ich habe nur genickt und habe mich umgedreht.
Ich kann damit nicht umgehen.
Ich weiss, Kinder gehen damit anders um, aber mir tut das weh und es macht mich auch so wütend.
Heute hatte ich das Gefühl, ich muss sie hauen.
(Nein, ich haue natürlich keine Kinder, auch meine nicht.)

Es ist auch so schwer für mich, die Erwachsenen sprechen kaum mit mir, ich merke, dass die Menschen irgendwie so "abrücken". Es geht nicht mehr so persönlich.
Und ich kann auch nicht auf die Menschen zugehen, mit ihnen reden.
Auf der einen Seite dränge ich es zur Zeit weg wann immer es geht und auf der anderen möchte ich, dass es/er nicht vergessen wird.
Und so kommt es bei mir an.

Es sind so wenige, die mich ansprechen und noch weniger die fragen wie es mir geht.

In die Stadt musste ich heute doch nicht, S schrieb mri gestern eine Email, den termin hatte ich sowas von falsch im Kopf.
Den haben wir erst am Donnerstag.
Manno, wenn ich es mir nicht aufschreibe, vergesse ich wirklich alles.
Tja, morgen beim Amt wird es noch einmal ganz beschi**en, es geht wieder um das Geld, das wird eine Ernüchterung werden.
Wenn ich daran denke, mag ich nur noch heulen und tu es ja auch.

Jetzt ist es schon so lange her, über neun Monate und immer noch ist nichts endgültig geklärt.
Das kanns doch nicht sein !

Dienstag, 23. März 2010

Krank

Ich muss echt sagen, heute sehe ich zur Abwechslung mal besser aus, als ich mich fühle.
Mein ganzer Körper ist ein einziger Schmerz, es gibt kein Körperteil, das nicht weh tut.
Heute morgen habe ich mir endlich Halstabletten geholt, ich konnte die Schmerzen nicht mehr ertragen.
Tagsüber dope ich mich mit Schmerztabletten und komme damit einigermassen hin.

In meinem Mund sind etliche Stellen entzündet, auch der Stichkanal meines Zungenpiercings, das ist echt die Hölle.

Dazu habe ich seit ein paar Tagen wieder heftige Ess-Anfälle mit allem was dazugehört, die sind wohl auch der Grund für meine Kopfschmerzen, dabei trinke ich schon extra viel, um den Flüssigkeitsmangel auszugleichen. Anscheinend ohne Erfolg.

So ein Scheiss !

Für diese Woche war ja ein Termin ausgemacht, mit S, ich war mir nur nicht mehr sicher, wann.
Ich habe ihr eine Email und eine SMS geschickt, kam aber keine Antwort.
(Anrufen geht zur Zeit gar nicht.)
Und so stand ich heute morgen um neun Uhr in der Stadt vor dem Amt und habe gewartet.
Es kam keiner und ich bin wieder nach Hause gefahren.
Morgen ein neuer Versuch...

Ich würde mich jetzt so gerne ins Bett legen, aber keine Zeit.
Gleich muss ich F wieder abholen und dann kommt nachher noch meine Schwiegermutter.

Juhuuu !!!

Samstag, 20. März 2010

Das Urteil

Noch mal etwas zum Urteil.

Es lautet 90 Tagessätze á € 50
Auch zahlbar in Raten zu € 150

Mein Anwalt hatte als Nebenkläger auch die Entziehung der Fahrerlaubnis vorgeschlagen.
Die Strafe ist das, was die Staatsanwältin gefordert hatte.

Für ein Fahrverbot oder eine Entziehung der Fahrerlaubnis sah der Richter keine Notwendigkeit.
Und ich muss echt sagen, ich bin froh darüber. Jetzt !

Anfangs war das anders, ich war wie vor den Kopf geschlagen.

Aber mal realistisch gesehen, würde das ja nun auch nichts mehr ändern.
Der Mann hat es ja nicht als Hobby, andere Menschen über den Haufen zu fahren und zu töten.
Und ich fand (mal ganz laienhaft) auch, das er wirklich einen absolut fahrtüchtigen Eindruck macht, auch mit über 70. Und das kann man ja nicht von allen sagen.

Als wir am 1. März auf dem Weg nach Hause waren, habe ich immer nur wieder gedacht, wie sage ich das den Kindern ???
Ich kann doch nicht hingehen und sagen, der Mann fährt weiter Auto und die beiden haben weiterhin Angst.
(A möchte ja partout nicht, dass ich in der Zukunft den Führerschein mache, sie mag auch nicht Auto fahren. Sie hat eine panische Angst.)

Da waren wir uns dann einig, dass wir es den Kindern nicht sagen.

Und das war eine sehr gute Entscheidung.
A fragte zur ganzen Verhandlung nur eins.
Sie stand vor mir, mit hoffnungsvollem Blick und fragte, ob ihr grosser Wunsch in Erfüllung gegangen ist.
(Damit meinte sie, das er nicht mehr fahren darf.)
Und ich antwortete mit ja und konnte fast sehen, was für eine Riesen-Last ihr da von den Schultern genommen wurde.

Donnerstag, 18. März 2010

Kellerfund

Anfang Juli stehen ja schon wieder die Geburtstage der Kinder an.
Da habe ich mir schon so die eine oder andere Idee überlegt.

F sollte nun endlich sein gewünschtes Fahrrad bekommen, zum 5. Geburtstag ist ja wohl spät genug.

Bei A ist es eher eine Spielkonsole, nachdem ihre vor langer Zeit gewonnene auf den Boden fiel und nun nicht mehr funktioniert.

Gestern musste ich etwas in den Keller bringen und was sahen meine Augen ?



Ich bin ein paar Mal in der Woche im Keller, aber das habe ich anscheinend immer übersehen.
Gestern habe ich mal genauer hingesehen und da fiel mir ein, dass es das erste Rad ist, welches wir A gekauft hatten.
Es wurde allerdings keine Woche benutzt, weil es schon zu klein war.
Wir hatten dann gedacht, es wäre sinnvoller, das Rad für F aufzubewahren, als es nun bei unserem Fahrradgeschäft in Kommission zu geben.

Heute mittag habe ich es F erzählt und wir haben das Rad nach oben geholt.

Das Bild spricht Bände, nicht !?



Ich hätte es auch geheim halten und ihm zum Geburtstag schenken können, aber ich habe ja gemerkt, wie sehr er sich ein Fahrrad wünscht.
Im Kindergarten haben eben viele schon eins und können fahren, er möchte es auch so gerne.
Das hätte ich keine vier Monate mehr ausgehalten. *gg*

Klar, dass das Fahrrad nun in seinem Zimmer steht...

Aber eine Idee zum Geburtstag habe ich immerhin schon wieder.

weiter

Am Dienstag hatte ich einen Termin mit S, sie kam zu mir nach Hause um zu besprechen, was jetzt anliegt.

Also, nächste Woche ist ja der Termin beim Anwalt, da wird noch über die Verhandlung gesprochen und über das Treffen mit dem Anderen.
Wie das jetzt so abläuft.

Und ich solle mir überlegen, was wir als nächstes machen.
Und mein Kopf ist wie leer gefegt.
Ich habe keine Ahnung.
Momentan denke ich eher an die nächsten Tage, nicht weiter.

Den letzten Termin bei der Psychologin ist schon über fünf Wochen her, ich muss unbedingt wieder hingehen.
Aber ich fühle mich gerade gut, ich weiss nicht, ob ich wirklich gehen soll.
Über was soll ich denn reden ?


Morgen habe ich endlich wieder einen Termin beim Neurologen, ich brauche Nachschub meiner Tabletten.

Ich werde dann mal mein Problem mit dem Atmen ansprechen.
Seit einigen Tagen fällt mir das Atmen so schwer, es fühlt sich an, als würde mein Brustkorb zusammen gepresst.
Ich möchte das abklären.
Ob es einen körperlichen Grund hat.
Oder ob die nächste Panikattacke im Anrollen ist.
So kommt es mir vor.
Es ist alles so (zu) still.
Ich fühle mich so gut, aber ich habe jetzt schon Angst, dass es wieder so heftig wird. Ich wieder falle.

Nicht zu fassen

Ich glaube ich hatte schonmal was drüber geschrieben, aber was solls.
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Einige Zeit nach dem Unfall rief mich ein ehemaliger Arbeitskollege von J an, aus der Firma in der er viele Jahre bis ca 2000 gearbeitet hat.
Der Mann sagte mir, das ich von der Firma ein "Sterbegeld" bekomme.
Dafür wird von den Mitarbeitern ein Betrag eingesammelt und von der Firma kommt ein weiterer (kleiner) Betrag dazu.

Dafür bin ich am 2. Juli mit meiner Schwester hingegangen und der Personalchef notierte sich das und kopierte die Sterbeurkunde.
Er war total unfreundlich, fragte, wie lange und ob J überhaupt dort gearbeitet hat, weil ihm "der Name nichts sagt".

Ein Bekannter von S (SkF) arbeitet dort und ist auch im Betriebsrat und erzählte, dass die Firma das Geld schon kurz nach meinem Gespräch eingesammelt hat. Tja und bisher ist noch nichts hier angekommen.

Der Betriebsrat hat das erfahren und es wurde mit der Geschäftsführung gesprochen. Es wurde auch zugesagt, das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt zu überweisen.
Das ist jetzt schon wieder zig Monate her.
Der Betriebsrat und die Mitarbeiter sind wütend.

Es wurde dort Geld gesammelt und das wird einfach nicht weitergeleitet !

Der Betrag ist jetzt nicht wahnsinnig hoch, aber es geht einfach um die Sache, das J dort wirklich sehr lange gearbeitet hat, seine Kollegen für ihn(/ mich) Geld gegeben haben, und dieses nicht ausgezahlt wird.
Und ich finde alleine deswegen muss ich dranbleiben.

Ausserdem ist es eine Firma, die hier "berüchtigt" ist, man braucht nur den Namen nennen und jeder weiss Bescheid.

Ich finde es schade, J hat dort sooo viele Jahre gearbeitet und jetzt das !

Nächste Woche wird unser Amnwalt mal einen "offiziellen" Brief schreiben.
Ich hoffe, das wird dann endlih was.

Mittwoch, 17. März 2010

Der Andere

Nun noch einmal etwas über den "Anderen".

Zum ersten Mal gesehen habe ich ihn im Gerichtssaal.
Ihm direkt ins Gesicht gesehen habe ich kaum oder gar nicht, ich kann mich nicht mehr erinnern.

Ich war fast geschockt, dieser Mann sieht so normal aus, eben wie ein Mensch.
Das war heftig, ich habe die vielen Monate nur ein vages Bild im Kopf gehabt, nachdem wir bei der Polizei ein Foto gesehen hatten.

So viele Stunden habe ich mit der Psychologin über ihn gesprochen.
Mich so oft gefragt, was er wohl für ein Mensch ist.
Ich hatte so eine wahnsinnige Angst und bin erleichtert.

Dieser Mann sah so schlecht aus, er ist in ganz schlechter Verfassung, physisch und psychisch.
Das was ich durch meine Medikamente an Gewicht zugenommen habe, hat er verloren.
Sogar seine Jacke schlotterte um seinen Körper herum.
Es war so ein trauriges Bild.
Dazu war er noch ganz alleine mit seiner Anwältin, keiner aus der Familie war bei ihm.

Als er aussagte merkte man, das diese Sache ihn sehr tief erschüttert (hat).
Er hat noch einiges Privates erzählt und ich bin so traurig, er hatte so eine harte Zeit im letzten Jahr. Kurz vor dem Unfall.

Als wir den Gerichtssaal verlassen hatten standen wir noch im Flur, ich musste mich erstmal wieder fassen.
Da kam er zu uns und hat versucht mit mir zu reden, aber ich habe das gar nicht richtig mitbekommen, auch nicht, dass er mich am Arm berührte und mit mir sprach.

Von seiner Seite aus, kam der Wunsch, ein persönliches Gespräch zu vereinbaren.
Das möchte ich auch.
Und das wird dann auch ein Punkt sein, bei unserem Termin nächste Woche.

Ich finde, es ist mir so wichtig, mit diesem Mann, durch den J starb zu sprechen.
Wie er so ist als Mensch, eben weil er durch den Unfall und Js Tod nun zu meinem/unserem Leben gehört.
Ich muss diesem Mann Platz in meinem Leben geben, sonst werde ich verrückt.
Ich möchte nicht in ein paar Jahren verbittert in meinem Leben gefangen sein und nur das Schlechte in jedem und allem sehen.
(Beim nochmal drüberlesen hört sich das wirklich schwülstig an, aber besser kann ich das nicht beschreiben. Ich denke, man kann rauslesen was ich meine.)

Gefühlsmässig geht es eigentlich mittlerweile ganz gut, diese Wut, die ich die letzten Wochen auf ihn hatte, ist weg.
Dafür ist noch viel mehr Schmerz da.
Weil ich jetzt weiss, dass der Mann sein Leben nicht mehr leben kann, wie es ein Mensch sich für das Alter wünscht. Und das tut mir so leid !
Er ist nur wenige Jahre jünger als meine Oma und mein Opa, seine Söhne sind nur wenige Jahre älter als J.

Er war auf dem Weg zu einem seiner Kinder, als der Unfall passierte...

Ich hoffe, wir beide können etwas besser/ruhiger leben, wenn wir dieses Gespräch hinter uns haben.

Vom Grab geklaut

Nun hat es uns auch einmal erwischt !

Letztes Jahr im Herbst hatte ich an einem verkaufsoffenen Sonntag, bei einem Stadtbummel mit den Kindern, ein hübsches buntes Windrad gekauft.

Dies stand mit anderem schönem "Kleinkram" auf Js Grab.

Jetzt nicht mehr !
Es war so tief in die Erde gesteckt, das es nicht von alleine wegwehen konnte.

Die Kinder, wir, sind total enttäuscht.

Dienstag, 16. März 2010

Verhandlung - so war es

Nun sind ja schon gute zwei Wochen seit der Verhandlung vergangen.
Und seitdem hatte ich viel Zeit, darüber nachzudenken.
Gefühlsmässig könnte ich auch den Text aus diesem Posting 1:1 übernehmen.

Deswegen schreibe ich mal den Tag der Verhandlung, wie ich ich ihn empfunden habe.

Gegen neun Uhr hat uns S (vom SkF) abgeholt, meine Schwester (A) kam mit.
Als wir am Gericht ankamen, war unser Anwalt noch nicht da.
Wir sind ein bisschen rumgelaufen und habe schonmal den Saal gesucht.
Meine Schwester ging um die Ecke und schob mich gleich wieder zurück, denn dort sass der Andere auf einer Bank.
Wir haben uns dann erstmal um die Ecke vor ein Büro gesetzt und gewartet.

Als dann unser Anwalt kam setzten wir uns an einen Tisch vor dem Saal und redeten noch ein wenig.
Dann wurde unser Fall aufgerufen.

Als ich in den Saal reinging, wäre ich fast hintenüber gekippt, fast der komplette Zuschauerraum war voll !
Locker an die 30 Leute sassen dort.
Schüler oder Studenten, einige mit Schreibblöcken auf den Knien.

Der Richter war wirklich extrem jung, er sah aus, wie aus dem Publikum gegriffen.

Die Verhandlung an sich ging recht zügig vonstatten.

Am Ende war das Urteil das, was die Staatsanwältin gefordert hatte.
90 Tagessätze á 50 Euro

Weinen

Eigentlich war es die letzten zwei Wochen recht einfach, nicht zu weinen.
Den Tag der Verhandlung und einen danach noch, aber dann wurde ich von Tag zu Tag ruhiger.
Aber gestern und heute laufen die Tränen fast ununterbrochen.

Und ich fand es so schön.

Warum weiss ich auch nicht, es kommt einfach so, vielleicht die Hormone oder so.

Ich mag nicht mehr, es nervt.

Ausserdem vermisse ich meine "kleine" Schwester. Erst seit zwei Tagen weg, aber so weit...

Ankommen zu Hause

Durch meinen Bruder "mussten" wir eine Woche verlängern.
Wir sind da geblieben und meine Schwester auch.
Sonst hätte meine Mutter alleine da gesessen.

Wie gewohnt, sind wir alle Montagmorgen bei meiner Mutter aus dem Haus und am Nachmittag alle wieder hier gelandet.
Es wurde aber auch Zeit, es mutete schon an wie eine WG. In jedem Raum ausser dem Badezimmer schlief jemand.
Dazu kam ein Freund meines Bruders, der für einige Tage einen Unterschlupf brauchte.
Also sieben Mann plus Hund (und Kaninchen).

Das Ankommen hier zu Hause war aber diesmal noch heftiger, wie ein Fall ins Bodenlose.
Ich konnte den ganzen Tag nur weinen, ich fühlte mich wieder so leer, alleine, traurig.

Heute war die S wieder hier, wir haben einen Termin beim Anwalt für die nächste Woche gemacht und noch etwas über die Rente gesprochen.
Da gab es eine ganz böse Überraschung, nun muss ich erstmal wieder nur abwarten.

Sonst gibt es nicht soviel Neues.
Ausser meiner neuen Errungenschaft, einer neuen Waschmaschine.

Wir haben wieder saubere Wäsche !
Die Alte konnte ich nicht mehr sehen, wir hatten sie damals ausgesucht, weil wir es cool fanden eine komplett silberfarbene Maschine im Bad stehen zu haben.
Und jetzt musste ich jedesmal wenn ich sie gesehen habe, schwer schlucken.
Dazu war sie mit gut zehn Jahren ja auch nicht mehr die jüngste.
Geschleudert hat sie nicht mehr richtig und Flecken gingen nicht aus der Wäsche.

War das ein Anblick, als ich die erste Maschine gewaschen hatte, die Sachen waren weich, rochen gut, waren ordentlich geschleudert und... SAUBER !!
Meine Güte, wir müssen ja in der letzten zeit verdreckt herumgelaufen sein.

das Kaufen war wahnsinnig unspektakulär.
Wir sind rein isn Geschäft, ich sagte mein Limit, die nette Dame zeigte mir zwei Maschinen, die fand ich doof und legte etwas drauf, suchte mir eine andere aus.

Dann bezhalt, sie wollte sie schon am selben Tag liefern lassen, passte nicht, also am nächsten Morgen.
Gut 5 Minuten später waren wir schon wieder draussen.

Das ist doch auch mal was !

Hochmut...

...kommt vor dem Fall !

Tja, man sollte sich einfach nicht zu früh freuen.
Und sich nicht auf andere verlassen.

Man hat sich gerade aufgerappelt, versucht das Leben in die richtigen Bahnen zu lenken, und dann...zack...weg.

Dienstag, 9. März 2010

Er ist wieder da

Seit heute Vormittag ist er wieder da.
Müde, ausgehungert, aber heil.

Die Polizei war da um zu sehen, ob er wirklich da ist.

Dafür ist es zu Hause ein arg vergiftetes Klima.
Die Nerven liegen blank.

Montag, 8. März 2010

Kaum Zeit...

um Luft zu holen.

Seit Donnerstag ist mein Bruder weg.
Verschütt' !
Nicht da.
Irgendwo !

WO ???

Jeder versucht die Gedanken nicht zu zu lassen.
Wir versuchen uns krampfhaft an alltäglichen Dingen fest zu halten.

Die Polizei nahm am Freitag unwillig eine Anzeige auf.

Wo steckt ein 15 jähriger ?

Wann kommt er nach Hause ?

Geht es ihm gut ?

Wie geht es ihm ?

ANGST

Mittwoch, 3. März 2010

Neunzig !!!

90 Tagessätze für ein Menschenleben.

Ja, ich weiss, mann kann es nicht aufrechnen. Trotzdem...

Es war schlimm, traurig, gruselig.

Nienieniewieder will ich so etwas erleben.

Und es ist noch nicht zu Ende...

Samstag, 27. Februar 2010

Und noch mehr Angst

Jetzt ist es wirklich schlimm zu Hause, sämtliche Personen im Haus sind angespannt, man kann es fast fühlen.

Es gibt Geschrei und Geheule wie schon lange nicht mehr.
Man kann kaum etwas sagen, ohne das sich jemand nicht persönlich angegriffen fühlt.
Die Kinder drehen durch.

F macht seit einigen Tagen regelmässig seine Hose nass und A ist extrem dünnhäutig und weint viel, will nicht alleine sein, ist mein Schatten.

Und ich bin nur noch am giften, bekomme kaum ein ruhiges Wort heraus.

Schlimm sind nicht nur die Momente wenn ich an die Verhandlung denke, sondern an den Grund, weswegen wir hin müssen.

Ich habe eine Scheissangst !

Mittwoch, 24. Februar 2010

Wieder Angst

Unser Gespräch gestern beim Künstler war toll, wir haben Bilder aus dem Internet mitgenommen, damit er weiss, was wir uns vorstellen.
Und er zeichnete schon einmal eine Idee auf, die schon ganz gut aussah.
Nun braucht er ungefähr zwei bis drei Wochen bis er den vorläufigen 1:1 Entwurf fertig hat und dann sehen wir weiter.
Er hatte da schon ganz viele Ideen, die sich sehr schön anhörten.



Was die Verhandlung angeht, warte ich schon so lange darauf und jetzt, wo es fest steht und der Tag immer näher rückt, habe ich einfach nur noch Angst.

Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen, dummerweise hatte ich vergessen meine Tropfen rechtzeitig zu nehmen.
Und bin dann so um halb vier eingeschlafen.
Meine beiden haben dann auch gut geschlafen, ohne weitere Vorkommnisse.

Mein Bruder hing noch in den Seilen.

Dafür braucht meine Schwester seit gestern abend ihren Eimer.

Das ist echt nicht mehr lustig, ich weiss nicht, wo her das kommt.
Meiner Mutter und ich haben schon überlegt, ob es unter der Situation einfach nur noch Druck ist, der uns da zusetzt.

Heute war auch noch keiner wieder in der Schule, damit geht es morgen wieder los.

Es fühlt sich an, als lebten wir unter einer Glasglocke, es ist so wattig und ich habe kaum Luft zum Atmen.

In meinem bauch rumort es und in meinem Kopf dreht sich ein Gedankenkarussell.

Und auch wenn ich mich zum x. Mal wiederhole, es fehlt der Mensch, der mir in diesen Situationen Mut und Kfraft gegeben hat und mich festhielt.

Aber ich bin froh, dass meine Schwester da ist, die kann das auch sehr gut, und ich habe sie sehr gerne bei mir.

Dienstag, 23. Februar 2010

So ist es gerade

Wieder einmal bin ich nur kurz zu Besuch zu Hause.
Wir sind am Wochenende wieder mit Sack und Pack zu meiner Mutter gezogen.
Und ich bin darüber so was von froh !!

Die letzten zwei Nächte waren im wahrsten Sinne des Wortes beschissen.
Erst fing F an und hatte mörderischen Durchfall, und dann kotzte er uns die halbe Küche voll mit Fleischwurst.

Gestern fing dann A an und hing mehr über dem Eimer als sonstwas.
Dazwischen immer wieder geschüttelt von Weinkrämpfen, Übelkeit und Schüttelfrost.

Fast gleichzeitg rannte mein Bruder zwischen Zimmer und Bad hin und her, immerhin hat er es noch jedes Mal bis zum Klo geschafft.

In der Schule war dann heute natürlich keiner, F ist jetzt auch erst am Nachmittag im Kindergarten, weil er hin wollte und wieder einen gesunden Eindruck macht.

A und mein Bruder liegen beide in Decken gehüllt im Zimmer, bzw. Wohnzimmer. Mit denen ist nicht viel anzustellen heute.

Na ja, nun wird es ja auch ernst, am Montag die Verhandlung und heute Abend haben wir einen "Termin" bei dem Künstler der uns der Grabstein anfertigen wird.
Dort wollen wir erstmal grob besprechen, an was wir denken.
Der wird wohl überrascht sein, wenn wir da zu fünft aufschlagen.
Ich habe schon die leise Befürchtung, A und ich können uns auf nichts einigen. Das wir kein Kreuz und keinen dunklen Stein wollen, das ist zumindest schonmal geklärt.

Ich habe mir in den letzten Wochen so viele Seiten online angesehen, das ich förmlich erschlagen wurde von den vielen Grabsteinen.
Immerhin weiss ich jetzt was ich auf keinen Fall will.
Denn keiner der Steine hat mir auch nur ein wenig zugesagt.
Ausserdem müssen wir ja auch relativ klein bleiben, wir haben ja nur eine 1er-Gruft, darin werden die Särge ja gestapelt anstatt nebeneinander zu liegen.

Gestern das Gespräch beim Anwalt war okay. Es gab ja nur noch Frage zu stellen in Bezug auf den Ablauf der Verhandlung.
Ich hatte ja S (vom SkF) und meine Schwester dabei, die dann auch noch die Frage stellten, die ich schon wieder vergessen hatte.
Mein Gehirn ist zur Zeit mehr ein Sieb, ich vergesse so wahnsinnig viel. Und erinnern kann ich mich auch nicht wirklich, ich muss ständig nach allem fragen.
Den Brief hatte ich gestern mit und der Anwalt hat ihn gelesen und schaute sofort auf das Datum. Mit einem leicht ironischen Lächeln meinte er, der Brief wurde geschrieben, drei Tage nachdem dem Anderen die Ladung zugestellt wurde.
Also wohl eher noch so eine Art Rettungsversuch.
Den Brief soll ich mitbringen zum Gericht.

Wer es war, weiss ich gar nicht mehr, aber es wurde die Frage gestellt, ob ihm der Führerschein nach dem Unfall entzogen wurde.
Und der Anwalt blätterte in der (wahnsinnig dicken) Akte und sagte, er wurde ihm nicht entzogen.
Das heisst, er hätte in den vergangenen acht Monaten, sofern er ein Auto gehabt hätte, noch durch die Gegend fahren können.
Mein Anwalt wird, als Nebenkläger, dies beim Gericht als Vorschlag einreichen.

Meine Schwiegermutter wollte eigentlich auch mitkommen, hatte sie gan am Anfamng mal gesagt, aber sie möchte es doch nicht.
Dafür haben wir sie am Nachmittag eingeladen, "zum Kaffee", damit sie dann auch hört, wie es gelaufen ist.

Samstag, 20. Februar 2010

Angst vor der Verhandlung

Wenn ich an die verhandlung denke, kriege ich Herzrasen.
Ich habe Angst !
Richtige Panik

Es fängt schon damit an, dass wir ja sicher vor dem Saal warten müssen, bis wir aufgerufen werden.
Und ich habe so eine Scheiss-Angst, dass dort der Mann auf mich zu kommen könnte.
Ich will das nicht, ich fühle mich einfach nicht bereit für ein persönliches Gespräch, noch nicht.

Vor dem, was dann im Saal besprochen wird, hane ich auch Angst, das ich dort Sachen höre, die mir den Boden unter den Füssen wegziehen.
Aber das wollte ich ja auch so, deswegen haben wir ja Nebenklage eingereicht.
Und wenn ich dann och etwas mehr weiss, hilft es mir vielleicht besser beim Verarbeiten. (Ach, solche Gedanken/Hoffnungen habe ich in den vergangenen Monaten immer wieder gehabt und im ersten Moment ging es mir auch besser. Auf lange Zeit gesehen, war es nicht wirklich hilfreich.)

Was das Urteil angeht, dreht sich in meinem Kopf alles.
Ich hoffe, es ist angemessen und gerecht und stösst mich nicht vor den Kopf.
Aber, was ist angemessen und gerecht ?
Das bringt mir meinen Mann ja auch nicht wieder.
Und ich glaube, die Strafe ist mir recht wurscht.
Aber ich habe das Gefühl, ich brauche es, dass dieser Mann sich offiziell verantwortet.
Ich bin froh, dass mein Anwalt genauso denkt. Aber er kannte J ja auch schon vorher und ist eben auch ein wenig betroffen.
Und auch meine ganze Familie hinter mir steht.

Ich rotiere hier so von einer Seite zur anderen, bin so rastlos, weiss nicht, was ich als nächsten tun soll.
Ich habe förmlich Torsschlusspanik.
Ich denke, ich muss noch so viel erledigen, vor der Verhandlung.
Überlege mir den Kopf heiss, was um Himmels Willen ziehe ich an. Als wenn das so wichtig wäre.
Wie trage ich meine Haare, ich muss unbedingt vorher noch ordentlich Schuhe kaufen
Ich will einfach, das ich dort mit ruhigem Gewissen hingehen kann.

Ich habe so Angst, das ich mit dem abschliessenden Urteil wieder in so ein riesiges Loch falle.

Uiuiuiuiui, schon so spät und ich bin nicht müde.
Vielleicht sollte ich gleich aufbleiben, dann könnte ich so lange Wäsche legen, bis die Kinder aufstehen.

Waaaaarten

So, die Tage rennen jetzt nur noch an mir vorbei.
Die nächste Woche wird noch angespannter sein, als die letzten, seitdem ich weiss, wann die verhandlung ist.
Und uns bleibt nur das Warten.

Morgen kommt nun endlich meine "kleine" Schwester.
Ich freue mich so sehr, dass sie dafür herkommt, um bei mir/uns zu sein. Und es tut mir leid, das ihr Freund seinen Geburtstag nun ohne sie feiern muss.
Aber das wäre zu knapp gewesen, der Geburtstag ist am 28.2.
Ich hoffe, es ist für ihn in Ordnung.

Heute habe ich den halben tag geschlafen, ich war so unhemlich müde.
Zuerst bin ich heute vormittag beim Lesen eingeschlafen udn bin erst wieder aufgestanden, als ich F abholen musste.
Und am Nachmittag war hier im Wohnzimmer Radau, mein Bruder sass am PC und hörte nebenbei Musik.
Die Kinder waren völlig aus dem Häuschen, keine Ahnung, was die hatten.
Da habe ich mich in Fs Bett verzogen und habe gelesen und .....tataa, bin eingeschlafen.
Wach wurde ich dann wieder passend zum Abendbrot.

Die Tropfen habe ich nun vorhin um zehn Uhr genommen, wieder die eineinhalb fache Menge, aber bis jetzt merke ich nichts.
Ich werde sie die nächste Woche nochmal höher dosieren. Wenn ich es hinbekomme, rufe ich mal beim Arzt an.
Sonst geht die nächste Woche noch so weiter, dann bin ich am Monatg bei Gericht der Tod in Latschen.
Ich möchte ja auch nicht dort sitzen und vor Müdigkeit fast vom Stuhl rutschen.

Diesen Montag habe ich ja nun schon den Termin beim Anwalt, der wohl der letzte vor der Verhandlung ist.
Fragen habe ich mir schon aufgeschrieben, elf Stück, eine kam von A, sie möchte wissen ob dort auch Bilder vom Papa gezeigt werden.

Heute hat sie einen Zettel für ihre Lehrerin mit bekommen, damit sie am 1. März vom Unterricht befreit wird.
Und es geht, sie darf zu Hause bleiben.
Sie meint, sie ist viel zu aufgeregt an dem Tag.
Das sie aufgeregt ist, merke ich auch jetzt schon langsam.
Sie ist in den letzten Tagen sehr ruhig geworden, streitet auch nicht mehr so viel, schreit nicht, hat aber sehr nah am Wasser gebaut.
Um sie muss ich ganz besonders kümmern, und von mir aus auf sie zugehen, von selber kommt sie nicht.
Sie kann ihren Zustand wohl nicht selber in Worte fassen.
Mensch, die Maus tut mir so leid !

Mist, nun ist schon endlich Wochenende und trotzdem wird mein Wecker nachher klingeln.
In unserem Kindergarten findet eine Spielzeugbörse statt.
Darauf freuen sich die Kinder schon seit Wochen.
Ich glaube ich fahre morgen vorher noch schnell bei der Bank vorbei, wer weiss, was die da so finden was sie unbedingt haben wollen/müssen.

Und juhuuu, am Sonntag klingelt auch mein Wecker, denn da ist Kinderkirche, da freut sich F schon drauf.
Ich glaube, an den Tagen werde ich wohl kleine Mittagsschläfchen halten.
Sonst komme ich nicht über die Tage.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Schade...

Ich möchte kurz auf die Kommentare antworten.

Es ist schade, wenn es für Aussenstehende so wirkt, als würde ich mich in etwas hinein steigern, so ist es nämlich nicht.
Jeder Beitrag wird mit anderen Gefühlen geschrieben und die sind nicht immer nur gut.
Ich bin hier so oft verzweifelt, und weiss nicht, wie ich es bis zum nächsten Tag schaffen soll.
Ich stehe morgens auf und raffe mich auf, weil ich weiss, in einigen Stunden kann ich mich wieder hinlegen.

Ich sitze hier seit so vielen Monaten, ich weiss nicht, wie ich das geschafft habe, aber mittlerweile stehe ich so kurz vor einem Punkt, an dem es mir so schlecht geht, das ich Hilfe annehmen muss, um mein/unser Leben wieder in richtige Bahnen zu lenken.
Das kann eine Kur alleine auch nicht wieder hinbekommen.

Ich schaffe das leider nicht alleine.

Und dazu immer und immer wieder diese schlimmen Gedanken an das Erlebte, die Bilder die mir wirklich jeden Tag durch den Kopf gehen.
Und die Panik vor der Zukunft.

Jetzt, wo es mit den Kindern wieder gut läuft, bricht mir dafür alles zusammen, ich schaffe fast nichts mehr, alles kostet so viel Kraft.

Und am Ende immer der Gedanke, das ich versagt habe, ich habe es in acht Monaten nicht geschafft, wieder einigermassen ins Leben zu finden.

Talismane

Von den Kindern habe ich von beiden ein besonderes Tier bekommen, mit denen der Papa eine Verbindung hat.
Den Dino haben wir am 2. Mai auf den Ritterspielen in Bad Bentheim gekauft.
F wollte unbedingt einen besonders schönen haben und J hat den kompletten Korb durchgewühlt bis dieser Fs Gefallen fand.

Und für das Einhorn mussten wir einige Geschäfte abklappern, hier in der Stadt gibt es nur zwei Geschäfte, die Schleich führen und bei beiden war es ausverkauft.
Das war J sehr wichtig, weil A sich das schon ewig gewünscht hat.


Diese beiden werde ich am 1. März mitnehmen, die Idee kam von A.

Ich werde an dem Tag die Kette tragen, die er mir zum 30. Geburtstag schenken wollte.
(Ein Celtic Hourglass Pendant)
Sie hat eine Verbindung zu unserem (von ihm heiss und innig geliebten) Hobby "Geocaching" zu tun.
Für die Insider, der Anhänger ist als Coin trackable, leider hat er sie nicht mehr aktivieren können.

Dienstag, 16. Februar 2010

Und wieder kommt was hoch

Seit ich weiss, wann der Termin der Verhandlung ist, geht mir viel durch den Kopf.
Einige fragen habe ich ja nun schon aufgeschrieben, die ich dem Anwalt vorher noch stellen möchte, damit ich weiss, was auf mich zukommt.

Vorsicht, ich schreibe über "Eingemachtes".

Und eine Frage ist zum Beispiel auch, was wird vorgelesen, also auch welche Verletzungen hatte J, wie war der "Zustand" seines Körpers nach dem Unfall.
Und ob Bilder gezeigt werden, von ihm, das glaube ich eher nicht.(Ist auch mehr As Frage.)
Alles Wichtige steht ja in dem Obduktionsbericht.
Für den musste J ja komplett aufgeschnitten werden.
Die Wunde ging vom Bauchnabel hoch bis zum Schlüsselbein.
Ihm wurden sogar die Arme und Beine komplett von oben nach unten und von unten nach oben aufgeschnitten.
Die Wunde am linken Arm blutete sogar noch, als er angezogen wurde.
Das fand ich so gemein, weil dann auch ein wenig Blut ins Hemd zog, das ich ausgesucht hatte. Ist sicher keinem aufgefallen ausser mir, aber trotzdem !

Eigentlich wollte ich Js Tattoo auf dem rechten Oberarm noch fotografieren, aber das konnte ich nicht, der Arzt/die Ärzte der Rechtsmedizin hatten bis knapp drunter geschnitten, das hätte man auf dem Foto gesehen.

Dieses Motiv fand ich schon immer nicht ganz so schön, aber ihm gefiel es.


Ich weiss noch, wie geschockt ich war, als ihm die Hose angezogen werden sollte und der Bestatter ein Bein anhob und das Knie nach unten durchknickte, da fragte ich noch, ob es gebrochen ist und war noch geschockter, als der Bestatter sagte : beide.
(Mist, wieso habe ich auch nie Taschentücher am PC !?)

Und als er dann das T-Shirt anbekam und ich seinen Rücken sah, so schlimm, blau und lila, und ich mich einmal mehr beherrschen musste, nicht loszuschreien.

Oh, das Schlimmste was mich noch immer verfolgt, ist die Situation gewesen, als ich seine Nase anfasste, weil ich sehen wollte, ob sie wieder gebrochen ist.
Ich berührte sie mit zwei Fingern und dann knackte es so, sie war also gebrochen.
Dieses Geräusch werde ich nie im Leben vergessen !
Es verfolgt mich ständig.

Das erinnert mich an den Besuch in der Trauerhalle, wo F dabei war. Und er den Papa anfasste und den Kopf so anstiess, weil er wohl sehen wollte, dass der Papa wirklich nicht lebt.
Mann, Scheisse, so etwas sollte doch kein dreijähriges Kind erleben.
Obwohl ihm das anscheinend keine wirklichen Probleme bereitete.
Er fand den Sarg zum Beispiel recht interessant, hob die Griffe an, guckte ihn von vorne bis hinten an.
Schaute auch unter die Decke die auf Js Beinen lag, und auch unter das Kissen.

Was ist uns da nur angetan worden ?
Kann man damit wirklich irgendwann leben ?
Wieder glücklich werden ?
Und vor allem, wie bleibt man bei diesem ganzen Mist normal und dreht nicht durch ?
Oder ist es schon zu spät ?

Manno

(Oho, mein 100. Post, Jubiläum ! Wo ist der Sekt ?)

So, heute bin ich schon mit nur einer Schmerztablette hingekommen.
Aber mehr gezwungenermassen ich hatte sie hier vergessen, als wir zu meiner Mutter gegangen sind.

Ansonsten ist alles unverändert.
Na gut, gelogen.
Ich schiebe gerade wirklich ein wenig Panik.
Als ich heute baden war, habe ich einen Ausschlag entdeckt. Der war mir zuerst gar nicht aufgefallen, was eher daran lag, dass so ziemlich mein ganzer Körper damit bedeckt war.
Wahrscheinlich sollte ich doch nachher mal meinen netten, verständnisvollen und leicht dominanten Hausarzt um ein Date bitten.

Aber, manno, ich habe echt Schiss, dass der mir etwas sagt, das ich nicht hören möchte.
Was kann denn das nur sein ?
Im Gesicht sehe ich mittlerweile auch leicht komisch aus, am Kinn und rund um die Nase ist es rot und leicht angeschwollen.

Und dazu habe ich meine Tabletten in den letzten Tagen mehr vergessen, als genommen.
Die Tropfen zum Schlafen sollte ich vielleicht auch mal eher als 1 Uhr nehmen.
Ach Mann, kann nichtmal jemand an meine Tür klopfen und mich mal eine Weile lang durch die Tage ziehen !?

Sonntag, 14. Februar 2010

Zahnweh

Bin heute schon mit Zahnschmerzen aufgewacht, wieder der Weisheitszahn der rauswill, aber kein Platz da.
Schon drei Tabletten genommen, der Effekt hält sich in Grenzen.
Ich dreh bald durch.

Heute morgen von A ein kleines Geschenk zum Valentinstag bekommen, sie hat ein Herz gebastelt. Ich habe mich sehr gefreut.
Meine Kinder lieben mich anscheinend trotzdem noch, obwohl ich so bin, wie ich bin.

Nur noch wenige Tage, dann ist es soweit, mir sinkt der Ar*** auf Grundeis.
Ich habe Angst.
Es macht mich verrückt.

Mein Körper...

fühlt sich schwach an.
Mir ist ständig kalt, meine Haut sieht so lila aus und unter meinen Fingernägeln ist es so komisch blau.
Dazu tun mir die Gelenke wieder wahnsinnig weh, besonders die Knie und die Handgelenke.
Ich bin so unheimlich müde, möchte nur noch liegen.
Und schlafen kann ich auch nicht, auch die doppelte Dosis der Tropfen hilft nicht mehr.
Ich habe keinen Hunger mehr und ständig heftiges Sodbrennen.
was ist bloss los ?

Samstag, 13. Februar 2010

Karneval

So, nun ist es also soweit.
Karneval !
Das wird hier so richtig gross gefeiert.
Gestern war die Feier im Kindergarten, heute für A eine Feier, am Sonntag ist der Kinderumzug, am Montag der "richtige" Umzug, am Dienstag dann Feier in der Schule.
Dann haben wir das endlich durch.
Zumindest in diesem Jahr...

Und mir geht es gar nicht gut.
Ich mochte diese Feiern noch nie, dieses ganze Getue, aber J schon, er war so gerne abends dann unterwegs.
Mir gefiel das nie, weil ich es blöde fand, und ich wollte ihn auch am liebsten zu Hause "behalten". Er ist dann aber trotzdem immer gegangen und mit der Zeit fiel es mir auch nicht mehr schwer, es ihm zu gönnen.

Na ja, um ehrlich zu sein, gab es im letzten Jahr schon eine kleinen Streit deswegen, in dem jahr wollte ich es einfach nicht, es ging mir ja schon lange Zeit nicht mehr gut, ich hatte zeitweise schlimme Panikattacken und konnte kaum alleine sein.
Und es war mit dem Geld eben nicht wirklich drin, was mir damals ganz gelegen kam.

Und jetzt sitze ich hier mit einem wahnsinnig schlechten Gewissen, dass ich damals so blöde zu ihm war. Wir hätten das einfach hinbekommen müssen.
Er war sonst schon niemals weg abends, wenigstens an dem einen Abend hätte er gehen müssen.
Und nun tut mir das so Leid !

Die Kinder sind auch nur mässig begeistert, A fragte, ob wir am Sonntag zum Umzug gehen müssen und atmete erleichtert auf, als ich sagte, nur wenn es sein muss.
Also gehen wir nur am Montag, das reicht auch, die knapp zwei Stunden dort 'rumzustehen, die Leute um einen herum saufen und die Kinder sich auf die im Schneematsch liegenden Bonbons stürzen.

Was die Kostüme angeht, ist es da geteilt.
F ist so ein typischer Junge, nachdem er im letzten Jahr unbedingt ein Polizist sein wollte, "weil der Opa auch einer ist", ist er in diesem Jahr ein Pirat.
Dafür ist A schon etwas kreativer, sie geht als Pantomime.
Das freut mich sehr, das sie sich dieses Jahr nicht wieder dem Mainstream in der Schule anschloss.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Das Problem mit meinem Schwager

Beziehungsweise mein Problem mit meinem Schwager.
Eigentlich ist er nämlich ein ganz netter.
Immer wenn ich ihn irgendwo von weitem sehe, renne ich.
So wie gestern, als er von weitem auf mich zugefahren kam, bin ich aber gelaufen.

Ich kann ihn einfach nicht sehen.
Er ist J so ähnlich, selbst wenn er läuft, sieht er fast so aus.
Er ist jetzt knapp so alt wie J, als wir heirateten und A bekommen haben.
Ich habe noch nichtmal den Sohn der beiden gesehen, der Anfang Dezember geboren wurde.
(Die Tochter von Js Schwester, die im November geboren wurde, habe ich auch noch nicht gesehen.)

Und ich kann das nicht sehen, ihn, so glücklich mit seiner kleinen Familie.
Es ist ja nicht so, dass ich es ihm nicht gönne. So ist es nicht, ich mag ihn ja.
Aber es geht einfach nicht.

Auch meine Schwiegermutter kann ich zur Zeit einfach nicht sehen.
Ich weiss auch nicht, warum.
Es geht einfach nicht.

Und ich kann nichtmal hingehen und mit ihnen darüber sprechen, das bekomme ich einfach nicht hin.
Das tut mir so leid, aber es geht einfach nicht.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Mittwoch, der 10.

So, wieder ein Monat !

Wenn mich meine Mutter nicht regelmässig erinnern würde, würde ich die Tage total vergessen.
Zum Glück, so ein Tag läuft doch irgendwie nicht so gut, wenn man ständig daran denkt.

Nun weiss, ich aber, das eben heute dieser Tag ist und werde wohl den ganzen tag daran denken.

Aber immerhin "verpasse" ich immer die Uhrzeit, gegen 14 Uhr am Mittag bin ich immer unterwegs.

Dienstag, 9. Februar 2010

Und wieder kommt alles hoch

Gerade heute kommt wieder soviel hoch, das ih in den letzten Wochen durch Verdrängen aus meinem Kopf draussen halten konnte.
Nun bricht mir langsam alles wieder weg.

Heute war es wieder ein Tag voll mit Weinen.
Am 22.2. habe ich den wohl letzten Termin beim Anwalt vor der Verhandlung. Und dafür schreibe ich mir schon alle Fragen auf, die ich ihm stellen möchte, die Verhandlung betreffend.

A hat das mitbekommen und gefragt, ob Fotos vom Papa gezeigt werden.
Und ich sagte ihr, man sollte dem Anderen die Fotos von J zeigen, als er kurze Zeit nach dem Unfall, nachdem er aus dem Auto geschnitten wurde auf dem Seitenstreifen liegt, zeigen.
Ich werde diese Bilder nicht los !!!
Immer und immer wieder denke ich daran, wie er dort liegt.

Und ich war nicht da !!!
Er sass dort mitten auf der Strasse eingeklemmt im Auto und war ganz alleine als er starb.
Das tut so weh.

Die Kinder haben dann mich gefragt, wie der Papa denn da gelegen hat.
Und A legte sich hin und sagte, ich soll sie so hinlegen wie den Papa.
Als sie sich dann bewegte, meinte F "spiel nochmal tot".
Mir fehlen da wirklich die Worte.

Als ich ihn dann sehen konnte, war er schon nicht mehr da.
Sein Körper war so starr, obwohl er so entspannt aussah.
Und auch nicht mehr richtig warm.
Da war er schon über sechs (!) Stunden tot.
Mein Papa hat gesagt, wenn er so ruhig und entspannt aussah, wird er von dem ganzen drumherum nichts mehr mitbekommen haben.
Das ist so unglaublich, er fuhr zur Arbeit und plötzlich...ZACK...TOT

Ich hatte einfach keine Chance, ihn zu begleiten.

Montag, 8. Februar 2010

Mal wieder spääät

Bin ich froh, dass A heute keine Schule hat, die Lehrerinnen haben Leher-Ausflug.
Wir kamen alle nicht aus dem Bett.
Wach wurden wir erst, als die Postfrau um viertel nach neun zweimal klingelte.
Aufmachen konnte ich nicht, wir waren ja alle noch nicht angezogen.

Unten erwartete mich ein hoher Stapel Sendungen.
Die Kinder dachten, es ist schon wieder Weihnachten.

Es ist wahnsinnig kalt heute, die heizungen laufen auf Hochtouren, aber es wird und wird nicht annähernd warm hier.
Und dann bin ich so müde.
Heute abend muss ich mal sehen, das ich die Tropfem rechtzeitig nehme.
Lange halte ich das so nicht mehr aus.

Die Verhandlung/Erwartungen der Familie

Nun weiss ich ja, wann es soweit ist.

Und ich habe so eine Angst davor.
Ich mach mir soviele Gedanken.
Was ziehe ich an, wen nehme ich mit und wieviele Pakete Taschentücher werde ich brauchen !?

Meine Schwiegermutter sagte vor einiger Zeit, sie möchte mit hin und den Mann sehen.
Ich weiss nicht, ob das eine gute Idee ist. Die Gute hat es so hart getroffen und sie nimmt auch seit dem Unfall Tabletten um den Alltag zu schaffen und zu Schlafen.

Meine Mutter wird wohl hierbleiben und die Kinder nehmen.
Ich habe Glück und meine Schwester ist dann hier und kommt wahrscheinlich mit.
Die liebe Frau T fährt uns hin und geht dann auch mit.
Ich hoffe so sehr, das es öffentlich sein wird, damit die beiden nicht vor dem Saal warten müssen.

Mein Vater meint, ich soll ihn dort nicht anschreien.
Der ist witzig, ich schätze ich werde von meinen Gefühlen überrannt und völlig überfordert sein. Da bekomme ich bestimmt keinen Schrei heraus.
Aber gut, er war durch seine Arbeit schon öfter vor Gericht und geht mit der ganzen "Sache" recht distanziert um, weil er es auch auf der beruflichen Ebene kennt.
Das ist wohl seine Art, damit umzugehen.

Und meine Oma legte mir heute sehr eindringlich ans Herz, diesem Mann nicht die Hand zu geben, wenn ich im Gericht bin.
Das ginge gar nicht !
Na gut, darüber hatte ich auch schon nachgedacht, und ich möchte ihn auch nicht vorher begrüsse oder von ihm angesprochen werden.
Ich will nicht, dass es persönlich wird.
Jetzt nicht mehr.

Aber ich finde es schon schwer, wenn die Menschen mir sagen, was sie möchten, das ich tun soll oder eben auch nicht.
Das stösst mir einfach sauer auf.

Krampf-Wochenende

Das war vielleicht ein Wochenende !
Den Samstag haben wir ganz gut rumgekriegt, mit einkaufen und Kinder baden.

Aber der Sonntag war heftig.

Gegen zwei Uhr kam F und wollte hier schlafen.
Ich sass da noch am PC.
F hat dann meinen Platz besetzt und sich durch Youtube geklickt, während ich in der Küche Wäsche zusammengelegt habe.

Danach musste ich noch ein kleines Buch vorlesen.
Geschlafen haben wir erst weit nach drei uhr.

Heute mussten wir aber relativ rechtzeitig aus dem Bett, wir wollten zu einer Bücherbörse.
Und wir waren recht erfolgreich, während F nur fünf Bücher fand und ich sieben, war A sehr erfolgreich und erbeutete 17 Stück !!
Man merkt, die Kinder sind uns sehr ähnlich.

Muffensausen

Wieder einiges geregelt.

Finanziell ist es so gut wie klar, bis auf ein paar Kleinigkeiten.
Wir werden die nächsten Jahre keine Probleme mehr haben.

Die Finanzierung für den Grabstein ist jetzt sicher.
Nur müssen wir endlich losgehen.

Unsere Nebenklage wird aufrecht erhalten.
Kostete mich viele Gespräche, meine komplette Familie steht da hinter mir.

Auch unser Anwalt steht dahinter.
Er hatte ein Telefongespäch mit dem zuständigen Richter geführt, den es interessierte ob der Unfallgegner in den gut sieben (!) Monaten Kontakt gesucht hat.


Wenn es gut läuft kann schon in den nächsten 2-3 Monaten die Verhandlung sein.
Und ich habe wahnsinniges Muffensausen, kann wieder nicht schlafen.

Samstag, 6. Februar 2010

Schule

Nachdem ich die letzten Tage wie auf Kohlen sass und immer mit Herzklopfen zum Briefkasten gegangen bin, lag heute der brief der Schule im Kasten.
Da haben sie aber auch den Zeitrum "bis Ende der Woche" ausgereizt.
Die machens eben spannend.
A wurde angenommen !!!
Ich bin so erleichtert, ich denke, diese Schule ist genau das Richtige für sie.

Nur richtig freuen kann ich mich heute nicht, ich fühle mich wie betäubt.

Komischer Tag heute

Komischer Tag heute.
Hatte gestern meine Abend-Tablette vergessen und heute habe ich den Effekt gemerkt.
Ich kam mir total zugedröhnt vor, ich hatte Lachflashs ohne Ende.
War ziemlich peinlich, als ich mit meiner Mutter bei einer Firma ein Päckchen abholen musste. Da rutschte mir auf dem Weg nach draussen etwas heraus, was die Leute da vielleicht gehört haben.
Ich konnte mich nicht mehr halten.
Vielleicht sollte ich die ab und zu mal vergessen, ist doch auch mal eine schöne Abwechslung.

Schön, morgen können wir ausschlafen, eigentlich.
Sicherloch klingelt unsere Postfrau wieder zeitig um mir meine neuesten Erwerbungen zu überreichen, die ich in den langen Nächten online erstehe.

Freitag, 5. Februar 2010

"so gerne eine rauchen"

Das Gespräch bei der Psychologin war super, hat mir schon viel gebracht.
Sie hat mir vorgeschlagen einen Text zu schreiben, den mein Anwalt vor Gericht vorlesen kann, wenn ich es nicht schaffe.
Bis jetzt habe ich zwei Seiten geschrieben und es wartet noch so einiges in meinem Kopf darauf, aufgeschrieben zu werden.

Habe heute doch wieder viel geweint.
Mist, dabei hatte A mir gesagt, ich sehe nicht aus wie 30, sondern eher wie 27 ! Na ja, man freut sich ja auch über Kleinigkeiten, auch wenn es nur 3 Jahre sind.

Wieder sitze ich hier, höre traurige Musik, mag nicht ins Bett gehen, denke viel nach und würde soooo gerne eine rauchen.
Zigaretten habe ich nicht hier, meine letzte habe ich vor über 9 Jahren geraucht.
Keine Ahnung wo das jetzt her kommt.

Donnerstag, 4. Februar 2010

nicht müde

Nun hocke ich hier und warte das meine Tropfen, die ich vor einer Stunde genommen habe.
Ich glaube, das wird nichts mehr heute.
Ich werde mich trotzdem gleich mal ins Bett packen.

Heute vormittag habe ich endlich wieder ein Gespräch mit der Psychologin.
Das wird auch allmählich Zeit !
Die letzten beiden Termine musste ich verschieben.

In meinem Kopf dreht sich ein Gedankenkarussell.

Ich habe noch immer keine Antwort bekommen, auf meinen Brief, den ich letzte Woche verschickt habe.
An Fs Patentante !
Anrufen geht gerade überhaupt nicht, schaffe ich nicht.

In einigen Tagen kommt meine Schwester endlich wieder her.
Ich freue mich wahnsinnig.
Wir hoffen, die Verhandlung ist öffentlich, sie möchte mit.

Am Wochenende hatten wir Katzenjammer.
Es war ein einziges Theater hier, alle entweder am Weinen oder am Schreien.
F war die Kamera runtergefallen, was erstmal für einen heftigen Heulanfall meinerseits sorgte ind den F dann mit einstimmte.
Als wir uns beruhigt hatten, habe wir online eine gekauft.

Ich in so müde, mein Kopf tut ständig weh.
Habe mir heute erstmal etwas aus der Apotheke geholt.
Ich halte das nicht mehr aus.
Ich hoffe, das wächst sich nicht zu einer Migräne aus.

Dienstag, 2. Februar 2010

tut weh

Als damals 2004 das Baby in meinem Bauch starb und "herausoperiert" wurde/werden musste, dachte ich, mir wird mein Herz herausgerissen.
Es hat Jahre gedauert bis ich damit einigermassen leben konnte.

Diesmal fühlt es sich an, als hätte man mir nur einen Teil meines Herzens 'rausgeschnitten und ich laufe mit einer offenen Wunde herum.

Die Zeit heilt alle Wunden.
Das mag sein, aber immer wenn sich etwas Schorf gebildet hat, reisst es auf und tut noch weher als vorher.


Ich kann nicht mehr schlafen.
Die letzte Nach dauerte knapp 4 Stunden, ich kam erst nach drei Uhr zum Schlafen. Und um kurz vor sieben kam F weil er wieder einmal aufgewacht war und nicht alleine schlafen konnte.
Da helfen auch keine Tropfen.

Montag, 1. Februar 2010

Mir ist so schlecht !

es wird immer schlimmer.
Anfangs war mir nur ab und zu ein wenig übel, aber mittlerweile geht es den ganzen tag über immer in Wellen.
Ich habe heftiges Sodbrennen, der bringt mich zum Würgen.

Und Kopfschmerzen die kaum zum Aushalten sind.

Zu A sagte ich vorhin, ich glaube ich bin schwanger, nun ja, sie meinte ich soll sie nicht verscheissern. Trotzdem ging ihr erster Blick auf meinen Bauch.

Aber ganz im Ernst, so fühlte ich mich in der Schwangerschaft mit F.

Wenn ich nur wüsste, was ich mir da wieder eingefangen habe und wann es wieder aufhört.
Ich kann kaum richtig essen, heute habe ich nur eine Scheibe Brot runterbekommen.
Und gekocht habe ich auch nicht, ich kam nicht hoch.

Und dazu bin ich noch so müde, ich komme mit dem Schlafen gar nicht hinterher.
Dabei ist das Einschlafen auch ein Thema für sich, ich habe mir mittlerweile schon die doppelte Dosis der Tropfen "verordnet", sonst geht da gar nichts.
Zum Glück komme ich morgens ganz gut aus dem Bett und wir kommen auch alle pünktlich aus dem Haus.

Aber den Tag über schleppe ich mich von einem zum nächsten. Und das bei diesem Wetter, ich werde langsam bekloppt. Ich warte schon sehnsüchtig auf den Sommer.
Und das mir, die sonst immer rumgetönt hat, alle Temperaturen über 20° halte sie nicht aus. (Ein ganzer Sommer in Spanien war gut zum Gewöhnen, da freue ich mich ja, wenn es hier in Deutschland nur max.32° heiss wird.)

Sonntag, 31. Januar 2010

Ein Brief von mir

Seit dem Tag im Juni habe ich (fast) keinen Kontakt mehr, mit einer uns eigentlich nahen Person.

Ich hatte sie am 10. angerufen, um ihr zu erzählen, was passiert ist.
Danach kam dann lange Zeit nichts mehr und ich habe ihr dann eine Email geschrieben. Darauf kam dann auch Antwort, und ich schrieb wieder,aber sie antwortete nicht mehr.

Ich weiss nicht, ob ich etwas falsch gemacht habe.

Am Montag habe ich einen Brief an sie eingeworfen.
Die letzten Tage bin ich immer mit Herzklopfen an den Briefkasten gegangen, weil ich gehofft habe, dass eine Antwort von ihr da ist.

Ich weiss nicht, was ich noch machen soll.

Samstag, 30. Januar 2010

Und wieder...

eigentlich gute Stimmung hier.
Ziemlich entspannt.
Und mittendrin auf einmal der Schmerz.

Etwas fehlt...

Freitag, 29. Januar 2010

Dicke Augen und so

Mein Gesicht besteht zur Zeit zu zwei Dritteln aus Augenringen.
Dazu sind meine Augen von dem seit Monaten anhaltenden Weinen mittlerweile so geschädigt. Geschwollen, faltig und eben diese wahnsinnigen Augenringe.

Ich habe mich sogar schon verleiten lassen und mir einen Concealer gekauft. Der Erfolg hält sich in Grenzen, die Augenringe kann ich damit zwar etwas kaschieren, aber dicke Augen habe ich trotzdem.
Und wasserfeste Mascara habe ich auch schon einige durch.
Obwohl ich mir nicht die Augen wische und auch nicht Sturzbäche kommen, habe ich die nach spätestens zwei Stunden noch zusätzlich unter den Augen hängen.
(A meinte heute: Mama, dann kannst Du zum Karneval ja als Zombie gehen, Du brauchst Dich nichtmal verkleiden. Ist sie nicht süss !?)

Vielleicht sollte ich schonmal anfangen zu sparen, wenn es so weiter geht, bin ich mit 35 reif für ein Facelifting.

Ich fühle mich aber auch so nicht mehr wohl in meinem Körper, ich habe so zugenommen, und das macht mich verrückt.
ich komme mir vor, wie ein kompletter Total-Zusammenbruch.
Hoffentlich bekomme ich das irgendwann wieder hin.

Mittwoch, 27. Januar 2010

heute

Kein guter Tag heute.
Alles so dunkel, es ist so kalt und ich friere.
Kann gar nicht aufhören zu weinen.

Wo ist der Mensch, der mich in den Arm nimmt, mich einfach hält ?

Dienstag, 26. Januar 2010

Verpasste Chancen

Im Moment mag ich gar nicht drüber reden und auch nicht dran denken.
Ich komme mir so überflüssig vor, so allein.
Mir fehlt meine zweite Hälfte, der Mensch, mit dem ich mich auch ohne Worte verstanden habe.
Alles ist so öde.
Egal was ich tu, ich weiss doch, dass es nie wieder so wird, wie es war.

Nach so langen Jahren, in denen es mir schlecht ging und ich so viel Schlechtes erlebt hatte, traf ich dann mit 18 Jahren diesen Mann.
Der mich wollte, ich ihn zuerst aber nicht.
Und bei dem ich dann nach zwei Monaten einzog, weil ich zu Hause weg musste.
Ich hatte so ein Glück, so einen Menschen zu treffen.
Einen, der mich so liebt wie ich bin, mit mir die Zukunft erleben wollte, sogar heiraten und mit mir Kinder bekommen wollte.

Das kann doch einfach nicht sein, das mir dieser Mensch nach gerade einmal 11 Jahren so wieder weggenommen wird...
Ich bin so leer, und trotzdem ist soviel Schmerz da.

Wir hatten noch so viel zusammen vor und jetzt steh' ich da und alles hängt an mir.

Mir fehlt dieser Mensch, der mich in den Arm nimmt und mir wie immer sagt "alles wird gut" und damit auch Recht hat.
Der mir erwiderte, wenn ich ihm sagte, er solle mich in Ruhe lassen : "Mich wirst Du nie wieder los !", und mich dann in den Arm nahm.

Nie wieder werde ich ihn anfassen, küssen, an ihm riechen können.
Und der Gedanke ist für mich so unfassbar !

Dumpf

Die letzten Tage habe ich in einer dumpfen Lethargie hinter mich gebracht.
Fast alles fällt mir wieder schwer.
Ich würde gerne den Kopf in den Sand stecken, nicht mehr sehen und hören.

Die anfängliche Euphorie über den Brief des "Anderen" ist mittlerweile komplett verflogen.
Ich finde den Brief ziemlich suspekt.
Der Mensch schreibt fast nur von sich, erwähnt die Kinder kein einziges Mal und weiss "wie Sie sich fühlen". (Er verlor seine Frau im letzten Jahr nach langer Krankheit.)

Ach Mensch, ich bin mir schon gar nicht mehr sicher, ob er den Brief nicht doch geschrieben hat weil es besser ist, ein besseres Licht auf ihn wirft.
Es ist ja vielleicht kein Zufall, dass er ihn geschrieben hat, kurz nachdem wir beim Anwalt über eben dieses gesprochen hatten.

Am Montag hatte ich das Gespräch um A in der Realschule anzumelden.
Die Anmeldung hängt mit einem persönlichen Gespräch mit dem Schulleiter zusammen.
Ich war so wahnsinnig aufgeregt, kam mir vor, als sässe ich in Watte.
Hoffentlich dachte der gute Mann nicht, ich hätte vorher was geraucht.

So lief das Gespräch ganz gut, ich war nicht alleine Frau T kam mit um mich zu unterstützen.
Ein fieser Moment war, als der Mann fragte, ob es etwas gäbe das A beeinträchtig.
Ich antwortete platt mit nein.
Und sah schon aus den Augenwinkeln, das Frau T Grimassen schnitt und mir dann auch noch zuzischte, es zu sagen.

Na gut, habe ich dann getan und der Mann wurde hellhörig.
Alles, wirklich alles wurde notiert.

Entschieden wird diese Woche in einem Gremium, weil nur 64 Plätze vorhanden sind und es immer mehr "Bewerber" gibt.
Mit etwas Glück haben wir nächste Woche schon die Entscheidung, ob sie angenommen wird oder nicht.
Ich hoffe, es klappt, diese Schule wäre sehr gut für A und ihre Zukunft.

Heute hatte ich dann auch den Brief vom Anwalt wegen des Gerichtstermins im Kasten.
Meine Anwesenheit zur Verhandlung wurde nun sogar angeordnet.
Ui, langsam wirds mir wirklich mulmig.
Gestern habe ich erstmal nachgeschaut, ob mein Personalausweis noch gültig ist.
Glück gehabt, er geht noch bis zum 13.3.

Morgen steht noch ein sehr wichtiger Termin an, in dem es um das Finanzielle geht.
Was wir bekommen, steht ja nun endlich fest, und klingt erstmal sehr gut.
Aber es gibt da noch eine Sache von J die dringend geklärt werden muss.

Die Nächte sind wieder unruhig, kurz und kaum erholsam.
F kam jetzt acht Nächte in Folge zu mir, weil er nicht alleine schlafen kann.

Die Temperaturen machen auch uns zu schaffen.
F hustet schon wieder stark und hört schlecht.
Und ich habe schon wieder so starke Kopfschmerzen.
Nur A geht es gut, wie immer, sie rennt draussen herum, wie im Sommer und hat nichtmal den kleinsten Schnupfen. Aber so war sie schon immer.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Die Briefe

So, nachdem ich nun Zeit hatte, den Text aus dem Brief des "Anderen" zu verdauen, geht es mir wieder gut.
Seit ich den Brief gestern gelesen habe, habe ich geweint, wie lange nicht mehr.

Der Brief war sehr persönlich.
Und ich muss sagen, der Mensch hat mein Mitgefühl.
Wirklich !

Und ich finde es so unheimlich schade, dass er nicht eher den Mut hatte, diesen Brief zu schreiben.

Mir geht es gut, ich habe ein gutes Gefühl in mir drinnen.
Warm.

Nun warte ich also auf den 1. März und hoffe ein bisschen, dass die Strafe nicht zu hoch wird.

Ausserdem "freue" ich mich ihn persönlich zu treffen !

Noch ein Brief

Diesmal vom Amtsgericht.
Am 1. März um 10 Uhr ist es soweit.
In der Stadt in der J starb.
Meine Gedanken kreisen, mir ist schwindelig.

Dienstag, 19. Januar 2010

Ein Brief

Heute Mittag hatte ich diesen Brief im Kasten.
Jetzt !
Ja, ich habe ihn gelesen.
Mehr nicht, er steckt wieder im Umschlag.

Nein, es geht mir nicht besser !

Wieder ein Unfall + Panik

Gestern morgen habe ich einen Schreck bekommen, als ich vom Kindergarten wiederkam.

Ich fahre auf dem Nachhauseweg am Haus meiner Schwiegermutter vorbei.
Auf der Strasse, die vor kurzem umbenannt wurde in die L 572, der Strasse auf der J den Unfall hatte.
Diese Strasse muss ich nun jeden Tag mehrmals fahren.

Und es gab einen schweren Unfall.
Die Polizei hatte die Strasse gesperrt und es stand auch Polizei vor dem Haus meiner in dem meine Schwiegermutter und mein Schwager wohnen.
Als ich das Blaulicht sah, habe ich schon Panik bekommen, und dann stand da auch noch ein Polizist auf der Strasse.
Ich dachte, es ist denen etwas passiert.
Das war zum Glück nicht so.

Aber ich habe später gelesen, das ein älterer Mann auf die Gegenfahrspur gekommen ist und der andere Fahrer eingeklemmt war.
Mensch, das ist so fürchterlich.

Und ich denke mir die ganze Zeit, warum konnte J so einen Unfall nicht auch überleben.

Mann, er war kerngesund, warum ist er dann innerhalb weniger Minuten gestorben ?
An einer Hirnblutung !
Warum musste er nur so schnell sterben ???

Offene Augen

Zur Zeit ist Fs Thema, wenn er nachts zu mir kommt, der Papa, das Sterben, der tote Papa und so.
Da redet er dann immer noch so eine halbe Stunde.

Und vorgestern hat er etwas gesagt, das trieb mir die Tränen in die Augen, das verfolgt mich nun, es geht mir nicht aus dem Kopf raus.

F sagte, der Papa hatte die Augen zu.
Ja, das hatte der Papa.
Zumindest, als F ihn gesehen hat.

Auf den Bildern, die ich bei der Polizei bekommen habe, sind seine Augen nicht ganz zu.
Und die Bilder wurden wohl in einem unvorteilhaften Winkel aufgenommen.
Man sieht dass die Augen nicht richtig zu sind, aber auch nicht richtig offen.
Und das kann man sehen, weil sich das Licht spiegelt.

Und das lässt mich nicht los, das sieht so schrecklich aus.
Ich schaue mir die Bilder ja auch nicht oft an, eigentlich habe ich sie ausser bei der Polizei nur dreimal angesehen.

Aber das hat sich so eingebrannt und ich werde diese Bilder nicht los.
Wie er da liegt, am Strassenrand, auf dem Grünstreifen.
Der Körper so unnatürlich schief und leblos, alles so schlaff.

Ich fasse das nicht.
Eine halbe Stunde vorher habe ich noch mit ihm geredet und ihm zum Abschied einen Kuss gegeben.
Ihm zugewunken...

(Die Bilder sehen die Kinder natürlich nicht, die habe ich so hoch gelegt, das sie die auch nicht per Zufall finden. Ich aber auch nicht !)

Sonntag, 17. Januar 2010

Aufgeräumt

Letzte woch ist mir was doofes passiert.
Ich hatte mich endlich dazu durchgerungen bei meinem Arzt anzurufen und ein Rezept zu bestellen.
Am Freitag hatten wir am Vormittag Stress und ich habe vergessen das Rezept abzuholen.
Ich bin dann in unsere Stammapotheke gegangen, die kennen mich nun schon seit knapp 10 Jahren dort.
Und es war bisher immer möglich, das die mir etwas vorab gegeben haben, und ich das Rezpt dann nachreiche.
Aber diesmal war da eine Mitarbeiterin, die das nicht machen wollte.
Ich hatte Glück und der Chef kam und sagte sofort ja.
Ich kam mir ganz blöde vor da, aber ich hatte nur noch Tabletten für einen Tag.

Das Wochenende haben wir wieder mehr im Bett als anderswo verbracht.

Heute habe ich mich dann hier zu Hause ausgetobt.
Ich habe mir den Abstellraum vorgenommen, der hatte es nötig.
Genau wie in der Küche, wurde in den letzte Monaten immer nur alles, was sonst im Weg 'rumstand hineingepfeffert.

Da habe ich schon wieder etwas gefunden, das ich extra versteckt hatte.
Und zwar die beiden Taschen mit den Sachen, die aus dem Auto geräumt wurden.

Es waren total viele Stundenzettel von der Arbeit drin, die muss ich alle aufbewahren, auf jedem einzelnen Zettel hat J unterschrieben. Und so etwas kann ich einfach nicht wegschmeissen.
Unter anderem war da eine schwarze Wollsocke, die hat mich echt umgehauen.
Diese einzelne Socke in der Grösse 43-46.
Das heisst die zweite liegt noch im Auto.
Da musste ich heute dann doch noch heulen.

Mittlerweile fällt es mir gar nicht so schwer, diese Sachen wegzuräumen.
Vielleicht ist es auch nur Verdrängen.
Ich bin fast froh, wenn ich mir nichts davon ansehen muss.
Es tut zu sehr weh.

Ich weiss nicht, wie lange es noch dauern wird, bis es erträglich ist.
Immer noch bin ich so, das ich da nicht dran denke, aber wenn es mir wieder einfällt ist es umso schlimmer.

Und dazu noch dieses komische Gefühl, wenn ich an den anderen denke.
An sein "Anliegen", dass er mir die Entscheidung aufbürdet, ob es vor Gericht verhandelt wird, oder nicht.
Ich komme da wirklich nicht drüber hinweg !
Was ist denn das für ein Mensch, der einen so schlimmen Unfall verursacht, sich nie bei den Angehörigen meldet und dann wenns langsam ernst wird, seine Anwältin einen Brief ans Gericht schreiben lässt, weil er eine Verhandlung vor Gericht vermeiden möchte.

Aber genau das werde ich ja dann sehen.
Ich bin so kribbelig, aufgeregt.
Weil ich ja auch weiss, das wir danach endlich sorichtig anfangen können.
Danach wird sofort die Kur angegangen

18. Januar

So, nun ist also der 18. Januar.

Heute hat der Unfallgegner seinen Geburtstag.

Vor diesem Datum hatte ich richtig Angst.
Ich weiss nicht warum.

In meinem Kopf kreisen die Gedanken.
Wie wird er diesen Tag erleben, feiern kann er ihn sicherlich nicht.

Es ist so ungerecht, in gut drei Monaten ist Js 42. Geburtstag und wir machen uns Gedanken, wie wir den Tag hinter uns bringen.
A hat schon eine schöne Idee, sie möchte eine 42 aus Grabkerzen hinstellen.
Damit der Papa das auch sehen kann.
Da fehlen mir die Worte.

Ob der Mann auch mal an uns denkt !?

Dienstag, 12. Januar 2010

Manchmal ...

... ist Schweigen lauter als ein Schrei...
...

Kleine Neuigkeiten

Diese Woche wird mir aber langsam zu gefährlich.

Heute morgen hatte ich einen Termin mit Frau T, die hat sich den Brief vom Samstag durchgelesen und einen Termin beim Anwalt gemacht.
Am Donnerstag, sie wird mitgehen.

Der Anwalt sagte ihr einiges Neues, was sich in der Zwischenzeit getan hat.
Es kam nun noch eine weitere Rechnung die ich zu zahlen habe.

Und es gab auch etwas Neues von dem Unfallgegner.
Er hat dem Gericht gegenüber seine volle Schuld eingeräumt und möchte so eine Gerichtsverhandlung umgehen.
Ihm geht es anscheinend psychisch sehr schlecht.
Da ich aber die Nebenklage eingereicht habe, konnte der Anwalt nicht zustimmen.

Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann das nicht !!!

Ich haben das Gefühl, ich brauche das.

Leider muss ich mich nun immmer wieder rechtfertigen.
Zumindest kommt es bei mir so an.
Ich weiss nicht, es ist doch mein Recht, das zu entscheiden !?


Dem Menschen geht es schlecht, uns auch, es sind 7 Monate vergangen und es kam nie etwas von seiner Seite.
Bei uns ist jeder Tag ein Kampf.
Ich bin froh über jeden Tag den ich hinter mich gebracht habe.
Mein Leben besteht zur Zeit nur noch aus Stress, Müdigkeit und Trauer.
Dazu kommt noch, das meine Essstörung &Co mittlerweile wieder ein Thema in meinem Leben sind.
Das ist echt ätzend, das macht es mir auch nicht leichter.

Dazu schmerzt mein Körper, meine Gelenke tun weh, mein Kopf auch.
Mir ist so wahnsinnig kalt, aussen und innen.

Verschlafen

In den letzten Tagen kam ich ja auch schon nicht so leicht ins Bett.
Und morgens nicht aus dem Bett.

Und heute ist es passiert !!
Wir haben verschlafen.
Und wie !

Gestern konnte ich meinen kleinen Funkwecker nicht finden und musste dann auf den besch*** Radiowecker ausweichen.
Der klingelte heute morgen auch um 7 Uhr, ich drückte einmal drauf und schlief weiter.

Das nächste Mal wach wurde ich um kurz nach 8.

Und dann um 20 nach 10 !

Oh, Mann, das ist mir noch nie passiert.

Aber ich muss auch sagen, die letzte Nacht war schon anstrengend.
F sass wieder vor der Tür und war nicht zu trösten.
Er sass einfach da und weinte.
Nachdem er auf der Toilette war, etwas getrunken hat und sich über trockene Choco-Dinger (diese Früstücksteile, die man mit Milch isst) hergemacht hatte, musste ich noch zwei Pixiebücher vorlesen.

Und dann war es auch schon 3 Uhr.

Und ich komme schon wieder nicht ins Bett.
Trotz Tablette und Tropfen komme ich schon wieder nicht ins Bett.
Ich hänge bei Youtube herum, leiere sämtliche Favoriten rauf und runter und höre unserem Obermieter bei was-auch-immer zu.
Der scheint täglich nach 22 Uhr einzuziehen.

Montag, 11. Januar 2010

Mein Ehering

Seit dem Unfall trage ich meinen Ehering nicht mehr an der rechten Hand, sondern an der linken. Und den Ring den ich von J zu As Geburt bekam an der rechten.

Eigentlich wollte ich J meinen Ring gerne mitgeben, damit er noch etwas von mir hat.
Aber das konnte ich dann doch nicht, es steht in meinem Ring ja sein Name drin.
Und so habe ich eben noch etwas das mich mit ihm verbindet.
Er hat seinen Ring leider nicht mehr.
Als wir 2003 für einige Monate in Spanien waren, wo er in der Saison als Bäcker arbeitete, wurde ihm dieser anscheinend geklaut.
Er hatte ihn beim Händewaschen auf ein Regal gelegt und dann war er weg (er war sich sicher, das wäre die Reinigungskraft gewesen).

Seitdem wollte ich immer wieder zu bestimmten Hochzeitstagen neue Ringe kaufen, hat aber leider nie geklappt, aus finanziellen Gründen.

Na ja, nun musste ich heute sozusagen die Notbremse ziehen und beide Ringe abnehmen.
Meine Finger (sowie mein kompletter Körper) sind mittlerweile so heftig angeschwollen, dass ich die Ringe wirklich nur noch unter Schmerzen von den Fingern abziehen konnte.

Jetzt wo sie schon einige Stunden ab sind, sieht man immer noch einen roten, tiefen Striemen am Ringfinger.
Hoffentlich geht das bald vorbei, ich fühle mich so unförmig und fett, widerlich.
Seit ich das neue Medikament nehme, habe ich 20 Kilo zugenommen, aber was soll ich machen, endlich mal eins, das wirklich hilft.

Heute war ich schon einmal zum Amt, und es war sehr bescheiden.
Mir soll das Geld gestrichen werden, weil ich angeblich einen Betrag X bekomme und der damit zu hoch ist.
Mensch, den Betrag X habe ich nichtmal annähernd zur Verfügung.
Ich weiss nicht, wie die darauf kommen.
Das ist doch immer ein Gerenne wegen jedem Mist.
Und Morgen geht es weiter...

Sonntag, 10. Januar 2010

7 Monate

Und wieder ist ein weiterer Monat vergangen.
Ich zähle schon gar nicht mehr die Wochen oder Tage.
Hier im Blog habe ich mir einen Ticker eingebaut, da schaue ich ab und zu mal drauf.
A interessiert es schon wie viel Zeit ganz genau seitdem vergangen ist.

Bei mir macht sich langsam Torschlusspanik breit.
Wir möchten am 10. Juni eine Anzeige in die Zeitung setzen und wir kommen auf keinen grünen Zweig.

Schlaflos bin ich noch immer.
Gestern bin erst gegen 5 Uhr ins Bett gegangen.
Wann ich aufgestanden bin, schreibe ich lieber nicht...

Selbst mit den Tropfen komme ich kaum in den Schlaf.
Ich habe mir schon selbst eine andere Dosierung "verordnet", damit klappt es so einigermassen.
Mal sehen, wie es weitergeht.

Verschlafenes Wochenende

Gestern kam ich mal etwas zeitiger ins Bett, war auch kein Wunder, um kurz nach Mitternacht sass F hier in der Tür.
Oder vielmehr davor.
Er setzt sich immer nur vor die Tür und weint, bis ich ihn einsammle.
Aber früher aufgestanden bin ich heute trotzdem nicht, nur zwei Stunden eher als gestern. Aber die machten um die Zeit auch keinen grossen Unterschied.

Dafür habe ich heute in der restlichen Zeit am Tag ordentlich was geschafft im Haushalt.
Das war hier echt nötig, in den letzten Wochen ist so wahnsinnig viel liegen geblieben.
Ich habe geschlagene drei Stunden die Küche aufgeräumt und geputzt.
Puh, hört sich an als würden wir hier im Schweinestall hausen.
Gut, für die Küche traf es auch fast zu.
Dafür ist unser Bad immer sauber !
Ist doch auch was !

Die Kinder haben sich in der Zeit in ihren Zimmern beschäftigt, heute sogar mal ohne viel Hauen.
Mein Bruder sass sich stundenlang den Hintern vorm PC platt und telefonierte sich die Ohren heiss.
Das ist schon mal eine Übung für die Zeit, wenn A das Telefon blockieren wird.
Bin ich froh, das wir Flatrate mit zwei Leitungen haben.

Einmal gab es hier heute eine Krise.
Die Kinder spielten im Flur Fussball.
Ich hatte mich kurz hingelegt, weil mein Rücken umgebracht hat.
Und da hörte ich es klirren.
A hat eines unserer Bilder im Flur abgeschossen.
das war ausgerechnet mein Lieblingsbild von Miró !

Die nächste Woche wird wieder anstrengend, es stehen einige Gänge zum Amt an und wir haben wieder Termine bei der Psychologin.

Hoffentlich wird dann endlich mal etwas geklärt !